Von Hoffnung und fliegenden Herzen

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Von Hoffnung und fliegenden Herzen

Pfarrerin Julia Kreuch in der Vinzentiuskirche ordiniert

Ein ganz besonderer Tag war das und das lag in der Luft, das war deutlich zu spüren am Nachmittag des Trinitatis-Sonntags in der St. Vinzentiuskirche in Harpen. Viele Menschen waren gekommen, die kleine Kirche war gut gefüllt, um mit Pfarrerin Julia Kreuch ihre Ordination zu feiern. Ordination, das ist die kirchliche Beauftragung zum Pfarramt, oder, wie Julia Kreuch es vorab beschrieben hatte: „Es ist wie meine zweite Hochzeit, meine Hochzeit mit der Kirche.“ Denn Pfarrerin oder Pfarrer, das bleibt man nach der Ordination ein Leben lang.

Ein besonderer Tag also – für Julia Kreuch, aber auch für die Kirche, wie ihr Harpener Kollege Pfarrer Michael Dettmann bei seiner Begrüßung betonte. „Denn unsere Kirche braucht Menschen wie dich.“ Und auch Superintendent Gerald Hagmann sagte in seiner Ansprache, er sei sich sicher, dass die Ordination von Julia Kreuch nicht nur ein Segen für sie, sondern genauso auch für die Kirche sei. „Du strahlst etwas aus, dass dir die Herzen von ganz unterschiedlichen Menschen aus ganz unterschiedlichen Generationen und Lebenszusammenhängen quasi einfach zufliegen.“ 

Es sei toll, Julia Kreuch in ihrem Dienst als Pfarrerin zu erleben, so Gerald Hagmann: „Mit deiner begeisternden und humorvollen Art. Mit deiner Klugheit und deinem Wortwitz, deiner seelsorglichen Zugewandtheit. Und mit deiner Begabung, schnell Kontakt herzustellen und zu pflegen und ins Gespräch zu kommen – wirklich über Gott und die Welt.“

In ihrer Predigt erzählte Julia Kreuch von einer Kindheitserinnerung in der Christuskirche in Bochum-Linden. „Halleluja“ erklang es dort und die heute 35-Jährige verstand damals sofort: „Mama, die rufen mich.“ Ein Berufungserlebnis sei das nicht gewesen, aber dennoch sei mit diesem Moment ihre kindliche Neugierde geweckt worden. Sie lernte Kirche kennen, bei Kinderbibeltagen und später in der Jugendarbeit, brachte sich ein und begegnete Menschen, die ihre Neugierde nicht bremsten, sondern teilten. So wurde aus Neugier Hoffnung.

„Ich spürte, dass bei allem, was diese Menschen sagten und taten, mehr mitschwang. Sie waren von Hoffnung erfüllt und sie haben ihre Hoffnung mit mir geteilt.“ Von dieser Hoffnung spricht auch der Bibelvers, den Julia Kreuch sich zur Ordination gewählt hatte: „Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von Euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist“ (1. Petr 3,15). Rechenschaft abzulegen, so Julia Kreuch, bedeute für sie keine Prüfung: „Es bedeutet, meine Neugier lebendig zu halten.“

Viele alte und neue Weggefährtinnen, Kollegen aus ihrem Vikariatskurs und aus Bochum, Freunde und Familie waren gekommen, um mit Julia Kreuch diesen besonderen Tag zu feiern. Der Kirchenchor und der Kreuz- und Quer-Chor der Kirchengemeinde Harpen, die Band Vinz Sound Project (VSP), Pfarrer Dominic Röcher und Kirchenmusiker Paul Schwadtke sorgten für die musikalische Gestaltung, bevor die große Festgemeinde zum Empfang mit Grußworten und persönlicher Gratulation in das angrenzende Gemeindehaus wechselte. 

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