Hoch hinaus in Wiemelhausen

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Hoch hinaus in Wiemelhausen

Begutachtung des Turms als Grundlage für Neugestaltung der Petrikirche

Die ersten Eindrücke stimmen Christoph Harder zuversichtlich. „Der Zustand scheint besser zu sein als erwartet“, zeigt sich der Architekt vorsichtig optimistisch. Die Rede ist von der Petrikirche in Wiemelhausen, genauer gesagt: Vom Turm der Petrikirche. Um diesen ganz genau in Augenschein nehmen zu können, wurde Mitte September ein Hubsteiger vor der Kirche aufgestellt. Maurer und Dachdecker fuhren darauf in luftige Höhen, um sich den Zustand der Steine und Fugen ganz genau ansehen und notwendige Sofortmaßnahmen direkt durchführen zu können.

Seit Januar 2016 ist die Petrikirche nicht mehr in Betrieb, sie zu betreten verboten. Die Standsicherheit des Dachstuhls ist nicht mehr gewährleistet. Schimmel setzt dem Gebälk stark zu, Feuchtigkeit sitzt im Dach und in den Mauern. Die Kosten für eine Sanierung: enorm. Schon einige Jahre zuvor waren kurzfristige Maßnahmen notwendig gewesen, um die Kirche zu sichern: 2011 wurden bei Arbeiten unter der Kirche ein Luftschutzstollen und ein nicht ordnungsgemäß verfüllter Bergbaustollen entdeckt, die Kirche drohte einzustürzen. Die Verfüllung verschlang einen Großteil des Geldes, das für die Sanierung des Gebäudes vorgesehen war.

Die zwischen 1901 und 1903 errichtete Kirche steht seit Ende der 80-er Jahre unter Denkmalschutz. Das macht sowohl die Sanierung als auch Umbaumaßnahmen bedeutend anspruchsvoller. In der Kirchengemeinde Bochum-Wiemelhausen, die neben der Petrikirche auch die Melanchthonkirche an der Königsallee und das Baumhofzentrum zu bedenken hat, gibt es Ideen und Pläne für eine Umgestaltung und Neunutzung der Petrikirche. Darüber, so berichtet Pfarrer Martin Röttger, ist man in intensiven Gesprächen, sowohl mit der Unteren Denkmalschutzbehörde als auch einem potentiellen Investor. Die Begutachtung des Kirchturms, der durch seine Höhe und Farbe weithin über Wiemelhausen sichtbar ist, ist ein Baustein des sogenannten Bauzustandsgutachtens – ein Erfordernis der Denkmalbehörde und Grundlage für jegliche Umbaumaßnahmen.

Ein Entwurf für die Neugestaltung der Petrikirche hat bereits Zuspruch vom Beirat für Gestaltung und Baukultur der Stadt Bochum bekommen. Demnach sollen die West- und Südfassade der Kirche erhalten bleiben, ebenso wie der Turm. In der Kirche sollen Wohnungen und eine Kita entstehen, im angrenzenden Gebäudeensemble Gemeinschaftsräume eingerichtet werden. „Wenn es gelingt, gemeinsam mit einem Investor diese Pläne in die Tat umzusetzen, können wir von einer glücklichen Lösung sprechen, mit der wir als Gemeinde sowohl unserer sozialen Verantwortung gerecht werden, aber auch als Kirche hier im Stadtteil präsent bleiben“, erläutert Martin Röttger.

Viele Fragen sind aber noch zu klären, bis es so weit ist – angefangen bei den Ergebnissen zum Zustand des Mauerwerks bis hin zu den Fragen, was eigentlich mit den Bänken oder der Orgel in der Kirche passieren wird. Martin Röttger ist dennoch zufrieden, dass mit der Begutachtung ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zur Umgestaltung getan werden konnte, und zuversichtlich, dass die Petrikirche am Ende dieses Prozesses auf neue Weise wieder eine wichtige Funktion im Stadtteil übernehmen wird.

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