Evangelische Kirche macht sich stark gegen Gewalt

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Evangelische Kirche macht sich stark gegen Gewalt

Kein Platz für Gewalt: Mit verschiedenen Aktionen im Kirchenkreis Bochum setzte die Präventionsstelle im Gestaltungsraum (Kirchenkreise Bochum, Gelsenkirchen und Wattenscheid sowie Herne) in der ersten Jahreshälfte ein deutliches und sichtbares Zeichen gegen (sexualisierte) Gewalt. Öffentlich wahrnehmbar wird dies durch die orangefarbenen Bänke, die seit dem Frühjahr vor vielen evangelischen Kirchen und Gemeindehäusern stehen. Um Mitarbeitende, Kinder, Jugendliche, Eltern und weitere Interessierte zu sensibilisieren und zu stärken, fanden zudem in Kooperation mit Gemeinden und Einrichtungen Workshops für verschiedene Zielgruppen statt.

Präventionsfachkraft Teresa Thater zieht ein positives Fazit: „Die Rückmeldungen aus allen Veranstaltungen waren durchweg positiv. Wir freuen uns, dass wir so viele und auch so unterschiedliche Personengruppen mit diesem Thema erreichen konnten.“

Im Workshop „Stimme zeigen – Grenzen setzen“ in den Kirchengemeinden Querenburg und Weitmar-Mark lernten Jugendliche und junge Erwachsene, ihren Körper wahrzunehmen, ihre Stimme einzusetzen und bekamen Übungen an die Hand, die auch im Alltag durchgeführt werden können. Positives Feedback kam auch von den Teilnehmenden der Workshops zur realistischen Selbstverteidigung der Evangelischen Familienbildung. An Kita-Kinder und an ihre Eltern richteten sich Workshops in den Kitas Schatzinsel und Kindervilla Pfiffikus. 52 Kinder lernten spielerisch, wie sie sich bei Problemen individuell Hilfe holen können. Aufgrund der positiven Resonanz gibt es derzeit Überlegungen, diese Workshops erneut anzubieten. Im Workshop zur präventiven Erziehung in der Kirchengemeinde bochum-nord berichteten die Eltern, dass vor allem der persönliche Erfahrungsaustausch für sie sehr gewinnbringend war. Die vorgesehene Zeit an diesem Vormittag reichte kaum aus, so groß war der Bedarf an Austausch untereinander.

Die Kirchengemeinde Bochum-Südwest widmete dem Thema Gewalt einen ganzen Konfi-Nachmittag. Ein 19-köpfiges Team aus Pfarrerinnen und Pfarrern, Eltern, Jugendreferent und jugendlichen Teamern hatte das vierstündige Programm für die 60 Konfirmandinnen und Konfirmanden vorbereitet. Das Team präsentierte sich in orangefarbenen T-Shirts und nahm so direkt Bezug auf den jährlichen internationalen Aktions-Tag gegen Gewalt, den „Orange Day“ am 25. November.

Zu Beginn konnten die Jugendlichen ihre Antworten auf die Frage „Was macht dich stark?“ in einer digitalen Wortwolke zusammenstellen. Anschließend fanden Workshops statt: Die Jungen und Mädchen tauschten ihre Einschätzungen zu verschiedenen fiktiven Szenarien aus und überlegten, ob sie diese als Gewaltsituationen einstuften. Außerdem erhielten sie Hintergrundwissen zu struktureller, seelischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt, bemalten Taschen mit dem markanten Spruch „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ und machten mit selbstgestalteten, orangefarbenen Plakaten die Hilfsangebote in der Gemeinde sichtbar. Für alle, die eine Auszeit von dem möglicherweise belastenden Thema brauchten, stand jederzeit ein Gesprächsangebot zur Verfügung.

Den Abschluss bildete ein Gottesdienst im Lutherhaus in Stiepel zur biblischen Geschichte von Hagar, der von einem gemischten Team der Gemeinden Stiepel und bochum-nord, der Präventionsstelle und aus dem Haus am Luthergarten vorbereitet worden war. Die rund 50 Besucherinnen und Besucher äußerten im Anschluss, dass der Gottesdienst auf positive Art „anders“ gewesen sei: Beispielsweise trugen die Pfarrpersonen keinen Talar, unter den Liedern fanden sich moderne Pop-Songs und es gab eine interaktive Aktion im Gottesdienst.

„Ich freue mich sehr über das Engagement der Gemeinden, die sich mit Workshops und Veranstaltungen an der Reihe beteiligt haben“, so Teresa Thater. Gleichzeitig sei es ihr wichtig zu betonen, dass das Empowerment von Individuen allein nicht ausreiche. „Für eine wirksame Präventionsarbeit braucht es auch Strukturveränderungen und einen Kulturwandel in der gesamten Organisation. Daran weiterzuarbeiten ist unsere gemeinsame Aufgabe.“

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