06/03/2026 0 Kommentare
Ein Ort der Trauer und der Verbundenheit
Ein Ort der Trauer und der Verbundenheit
# Neuigkeiten

Ein Ort der Trauer und der Verbundenheit
Neues Gräberfeld für Sternenkinder auf dem Bochumer Hauptfriedhof
Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es auf dem Hauptfriedhof am Freigrafendamm in Bochum ein Gräberfeld, auf dem fehl- und totgeborene Kinder, auch Sternenkinder genannt, beigesetzt werden. Eine Arbeitsgruppe machte sich seit 2002 dafür stark, Eltern von verstorbenen Kindern einen würdevollen und angemessenen Abschied und eine Bestattung zu ermöglichen. Seit 2004 finden auf dem „Ort der Trauer und der Hoffnung“ auf dem Hauptfriedhof jährlich vier ökumenische Trauerfeiern für Sternenkinder statt.
Früher als gedacht bestand jetzt die Notwendigkeit, ein neues Gräberfeld zu gestalten. Anfang März wurde es von Pfarrerin Martina Haeseler, Klinikseelsorgerin aus dem Augusta-Krankenhaus, und ihrem katholischen Kollegen Bernhard Zielonka aus dem Elisabeth-Krankenhaus, in Anwesenheit zahlreicher Gäste und Engagierter eingeweiht.
„Es schmerzt, sich den Verlust und die Trauer von Sternenkind-Eltern vorzustellen. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind und dass ihre Trauer und das Gedenken an ihre Kinder einen Platz mitten in unserer Stadt haben“, sagte Oberbürgermeister Jörg Lukat bei der Eröffnung der rund 500 Quadratmeter großen Fläche. „Was wir tun können, ist dieser Trauer und diesem Gedenken einen würdevollen Ort zur Verfügung zu stellen.“
Superintendent Gerald Hagmann und Stadtdechant Propst Michael Ludwig betonten: „Unser kirchlicher Auftrag ist es, Menschen in ihrem Leben zu begleiten – und auch über den Tod hinaus. Egal, wie kurz das Leben der Kinder gewesen sein mag, die hier bestattet werden, die Kinder und ihre Eltern und Angehörigen verdienen einen würdevollen Abschied an einem besonderen Ort, an dem sie um ihre Kinder trauern und sich mit ihnen verbunden fühlen können.“
Steinmetz Timothy Vincent, der bereits das erste Gräberfeld mit einer besonderen Stele ausgestattet hatte, hat für den neuen Ort zwei Skulpturen geschaffen: „Die erste Skulptur zeigt die Wunde. Die zweite zeigt, dass Wunden Spuren tragen, die nicht nur Schmerz bedeuten, sondern auch Beziehung bewahren. Was bestehen bleibt, ist stärker als der Schmerz: Die Liebe und das Leben.“
Den Eltern entstehen keine Kosten für die Beisetzung ihrer Sternenkinder. Die Bestattungen werden organisiert von einem Zusammenschluss von Bestattungsunternehmen, Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Kirchen und Krankenhäuser sowie weiteren ehrenamtlich Engagierten: unter anderem der runde Tisch Sternenkinderbestattungen, Trauerbegleiterinnen, die evangelische und katholische Kirche, das katholische Klinikum sowie das Augusta-Krankenhaus.


Kommentare