01/07/2026 0 Kommentare
Die Zukunft im Blick
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Die Zukunft im Blick
Kreissynode der Evangelischen Kirche in Bochum tagte
„Dass alles so bleibt, wie es jetzt ist, halte ich für völlig ausgeschlossen.“ Deutliche Worte wählte Superintendent Dr. Gerald Hagmann in seinem Bericht vor der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Bochum, die am 20. Juni im Gemeindehaus in Harpen tagte. Die Synodalen nahmen dabei unter verschiedenen Gesichtspunkten die Zukunft der Evangelischen Kirche in Bochum fest in den Blick.
Gerald Hagmann verwies auf die Entwicklung des pastoralen Dienstes in den nächsten Jahren. Ein Drittel der aktuellen Pfarrpersonen gehe in den nächsten drei Jahren in den Ruhestand, zwei Drittel in den nächsten acht Jahren. Chancen auf Nachbesetzungen gebe es dagegen kaum noch. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in Bochum schnell zu veränderten Körperschaftsstrukturen kommen müssen, wenn wir unsere Aufgaben und speziell die pfarramtliche Versorgung in Zukunft sicherstellen wollen“, so Gerald Hagmann. Er stellte drei Strukturmodelle vor, die auf einer Fahrt des Pfarrkonvents im Februar entwickelt wurden.
In der Aussprache zu seinem Bericht meldete sich eine Gruppe junger Pfarrerinnen und Pfarrer zu Wort. Sie beantragten, die Kreissynode möge die Presbyterien der Kirchengemeinde bitten, diese drei Strukturmodelle zu beraten und eine Stellungnahme abzugeben zu der Frage, wie ab 2028 größere und damit handlungsfähigere Körperschaften gebildet werden können. Denkbar sei z.B. die Bildung von drei bis fünf Kirchengemeinden bis 2028 oder der Zusammenschluss aller Kirchengemeinden zu einem späteren Datum. Nach ausführlicher Diskussion wurde der Vorschlag von den Synodalen mit großer Mehrheit befürwortet.
Nicht nur auf gemeindlicher Ebene werde über Strukturfragen nachgedacht, berichtete Gerald Hagmann zudem. Die Superintendentinnen und Superintendenten der Ruhrgebiets-Kirchenkreise seien ebenfalls in Gesprächen über mehr Zusammenarbeit und mögliche Zusammenlegung von Einrichtungen. Konkret geplant ist die Zusammenführung der einzelnen kreiskirchlichen Schulreferate zu einem gemeinsamen Referat mit den Standorten Dortmund und Bochum.
Wer die Zukunft von Kirche aktiv gestalten möchte, kommt nicht darum herum, auch über die vielen kirchlichen Gebäude nachzudenken. Die 2024 beschlossene Neufassung der Kirchenkreiskonzeption sieht eine Reduktion der Predigtstätten um 40 Prozent vor. Seitdem beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema und stellte den Synodalen die überarbeiteten Bewertungskriterien und neuen Ergebnisse vor. Entscheidungen wurden an diesem Tag zwar nicht gefällt, dennoch betonte Synodalassessorin Diana Klöpper: „Ihre und unser aller Aufgabe ist es zu entscheiden, welche Kirchen als Gottesdienststätten aufgegeben werden. Das hat eine Bedeutung über die reine Frage der Bewirtschaftung hinaus. Man entscheidet über Kirchen, Orte, an denen gelacht und geweint wird, in denen die Essenz des Lebens gespeichert wird.“
Auf der Tagesordnung standen zudem Beschlüsse zur Umsetzung des Kinder- und Jugendvertretungsgesetzes und zum Haushaltsplan der Kita-Gemeinschaft für das nächste Kita-Jahr, die beide mit großer Mehrheit von den Synodalen verabschiedet wurden.
Die Kreissynode, das „Kirchenparlament“, ist das wichtigste beschlussfassende Gremium der Evangelischen Kirche in Bochum. Die insgesamt 92 Mitglieder sind Delegierte der 13 Bochumer Kirchengemeinden, ehrenamtlich Mitarbeitende, Pfarrerinnen und Pfarrer sowie berufene Mitglieder. 83 Synodale sind stimmberechtigt, 9 sind Delegierte mit beratender Stimme. Der Evangelische Kirchenkreis Bochum gehört mit rund 73.000 Mitgliedern zu den größeren Kirchenkreisen in der westfälischen Landeskirche.
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