Hoffnung und Kraft gehen nicht aus

Erstellt am 03.11.2023

Verabschiedung in den Ruhestand von Pfarrer Eckhardt Loer

Die Lacher hat Pfarrer Eckhardt Loer schon zu Beginn des Gottesdienstes auf seiner Seite. „Die Lieder für heute habe ich nicht wie sonst thematisch ausgesucht – sondern, weil sie schön sind.“

Warum auch nicht – wenn man nicht im letzten offiziellen Gottesdienst im Pfarrdienst einfach mal die Lieblingslieder auswählen kann, wann sonst?

Gut gefüllt war die Melanchthonkirche am Freitagabend zum Gottesdienst zur Verabschiedung von Eckhardt Loer. Der kräftige Gesang der Gemeinde bei den „schönen Liedern“ wurde abwechselnd und manchmal auch gemeinsam von Orgel und Posaunenchor begleitet. Und der Applaus für Eckhardt Loer, zu dem Superintendent Gerald Hagmann die Besucherinnen und Besucher aufforderte, wollte gar nicht mehr enden. Ein eindeutiges Zeichen der Wertschätzung für den segensreichen und langen Dienst des Pfarrers in der Kirchengemeinde Wiemelhausen und in Bochum.

Vor fast 40 Jahren, im Jahr 1984, nahm Eckhardt Loer seinen Dienst als Vikar am Rosenberg auf. Bis auf wenige Monate ist er während seines gesamten Berufslebens dem Kirchenkreis Bochum treu geblieben. In einer so langen Zeit gibt es viele besondere Momente und Erinnerungen, die zum Abschied noch einmal wach werden. Das gilt besonders auch für Gerald Hagmann, der sein Vikariat, die praktische Ausbildungsphase zum Pfarrer, bei Eckhardt Loer in der Kirchengemeinde Weitmar-Mark absolviert hat. „Vieles an dem, wie du deinen Dienst machst, lieber Eckhardt, habe ich als Vikar bewundert. Und das bewundere ich nach wie vor. Es hat mich inspiriert und berührt“, so Gerald Hagmann in seiner Ansprache.

Zwei Eigenarten, zwei besondere geschenkte Gaben, die den Dienst von Eckhardt Loer prägten, hob Hagmann hervor: „Das eine ist deine Sprachfähigkeit, dein Umgang mit Sprache: Die auch kunstvolle und manchmal poetische, manchmal auch strategische Art der Kommunikation. Und das andere ist deine ungeschminkte Ehrlichkeit. Dass dein Gegenüber jedenfalls meist das Gefühl hat, dass du immer sagst, was du denkst. Und wie du es denkst – auch, wenn du damit mal aneckst.“

„Eigentlich muss man sich ununterbrochen Sorgen machen“, sagte Eckhardt Loer in seiner Predigt über das Gleichnis des Sämanns. Doch so, wie in dem Gleichnis geradezu verschwenderisch gesät wird und viele Samen nicht aufgehen, aber dort, wo der Samen auf gutes Land trifft, er gute Frucht bringt und dreißigfach, sechzigfach, hundertfach trägt – so sei es auch mit dem Leben. „Es ist so viel da, dass Hoffnung und Kraft nicht ausgehen. Da, wo gute göttliche Gedanken eine Rolle spielen, wird etwas durchlässig. Es gibt überall Möglichkeiten, dass man zum guten Leben gelangen kann. In einer einzigen kleinen Begebenheit kann einem der Himmel aufgehen.“

Superintendent Gerald Hagmann (l.) und Pfarrer Martin Röttger (r.) feierten gemeinsam mit Pfarrer Eckhardt Loer einen Festgottesdienst anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand. Foto: Kirchenkreis