Familienbande: Was Familien in Dahlhausen brauchen

Erstellt am 30.05.2022

Gottesdienst und Podiumsdiskussion zur Ausstellung in der Lutherkirche

Familien standen am Sonntag, 22. Mai, in der Lutherkirche in Dahlhausen im Mittelpunkt. Pfarrerin Ulrike Menzel gestaltete einen Gottesdienst zum Thema Familie. Dabei kamen die ganz verschiedenen Familienbilder in der Bibel zur Sprache: Von Kain und Abel (und dem Brudermord) bis zur Familie Jesu.

„Familienbande“, der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 31. Mai in der Lutherkirche zu sehen ist, bedeute aus biblischer Sicht: „Wir sind eine Menschheitsfamilie, die unter Gottes Himmel und auf Gottes Erde miteinander verbunden ist“, so Ulrike Menzel. Im Anschluss lud Bildungsreferentin Kathrin Bick von der Evangelischen Familienbildung zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Was brauchen Familien in Dahlhausen?“ ein.

Zu Wort kamen dabei Vertreterinnen und Vertreter von Kirche, Gesellschaft und Politik im Stadtteil, sowie der Geschäftsführer der Ev. Arbeitsgemeinschaft Familie NRW, Dr. André Hartjes, der die Ausstellung konzipiert hat. „Die Ausstellung ist entstanden, um das Gespräch rund um die verschiedenen Bilder von Familie anzuregen“, erklärte er. „Schnell ist dann aber auch der familienpolitische Aspekt dazugekommen: Was brauchen Familien im Stadtteil, wie können sie besser unterstützt werden?“

Pfarrer Andreas Menzel verdeutlichte, dass die Kirchengemeinde Dahlhausen ein offener und gleichzeitig geschützter Ort sein soll. „Das soll äußerlich passieren, wir wollen unsere Türen öffnen, aber wir wollen auch gucken: Was brauchen die Menschen in Dahlhausen und wie können wir als evangelische Kirche auf Augenhöhe mit den anderen Akteuren im Stadtteil gemeinsam unterwegs sein?“

Kathrin Bick erzählte von ihren persönlichen Erfahrungen, als ihre Kinder die Grundschule Dahlhausen besuchten. Häufig sei sie angesprochen worden, dass die Schule „so einen schlechten Ruf und einen hohen Ausländeranteil“ habe. Ayse Ertürk vom Mehrgenerationenhaus de IFAK e.V. betonte: „Dahlhausen ist bunt. Vielfalt wird gelebt. Diese Sätze fallen allerdings heute immer noch.“ Christiane Meier, Leiterin der Grundschule Dahlhausen, sieht ihre Schule auf einem guten Weg: „Wir haben mittlerweile mehr als 200 Kinder auf der Schule und müssen verstärkt auch Kinder ablehnen, weil wir zu viele Anmeldungen bekommen.“

Zum Thema Fachkräftemangel waren alle Teilnehmenden einer Meinung. „Es gibt da keine schnellen Antworten“, sagte André Hartjes. „Wir sehen ja bei anderen Themen, dass das Geld da ist. Aber der Druck auf die Politik ist noch nicht groß genug.“ Schleierhaft sei ihm, erklärte Bezirks-Bürgermeister Marc Gräf, weshalb die Landespolitik da nicht schon lange umgesteuert habe. „Wenn Politik etwas will, dann schafft sie das auch. Warum wird nicht investiert in Personal, in Ausbildung?“ Andere Bundesländer stünden diesbezüglich besser da als Nordrhein-Westfalen.

Der Verlauf der Diskussion machte deutlich: Alle Beteiligten wissen um die Probleme. Ob Kindergarten, Grundschule, Gymnasium oder Mehrgenerationenhaus – alle Einrichtungen haben Familien im Blick, kämpfen aber auch mit ähnlichen Herausforderungen. Lösungen wurden nachvollziehbarerweise an diesem Tag nicht gefunden – wohl aber die Idee geboren, die Akteurinnen und Akteure, Einrichtungen und Familien im Stadtteil besser zu vernetzen.

Kathrin Bick bot an, ein erstes Netzwerktreffen zu koordinieren. Wer Interesse hat, bei einer solchen Initiative mitzuwirken, Ideen beizusteuern oder einfach nur mehr erfahren möchte, kann sich bei ihr melden: Kathrin.Bickdontospamme@gowaway.ekvw.de., Tel. 0234 962904-39.

Bezirks-Bürgermeister Marc Gräf, Kita-Leiterin Anke Anderson, Pfarrer Andreas Menzel, Bildungsreferentin Kathrin Bick, Ayse Ertürk (Mehrgenerationenhaus IFAK e.V.), Christiane Meier (Leiterin der Grundschule Dahlhausen), Sabine Panitzek, Leiterin der Theodor-Körner-Schule und Dr. André Hartjes (Ev. Arbeitsgemeinschaft Familie NRW) diskutierten in der Lutherkirche über die Bedürfnisse von Familien in Dahlhausen.