Ukraine-Flüchtlinge sind im Stadtteil willkommen

Erstellt am 13.04.2022

Ökumenisches Netzwerk Flüchtlingshilfe Eppendorf stellt sich neu auf

Segensworte sprach Günter Ruddat (3.v.l.) Inga Schreiber beim Abschied zu. Mit dabei ihr Mann Christian Schreiber (links) und Gert Robok (4.v.l.). Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Abschied und Neustart hieß es beim ökumenischen Netzwerk Flüchtlingshilfe Eppendorf, das die Evangelische Kirchengemeinde Eppendorf-Goldhamme als eine der Organisatoren mitträgt. Nach pandemiebedingter Pause seit Oktober 2021 trafen sich 13 Aktive und der dreiköpfige Koordinierungsrat wieder, um zu beratschlagen, wie es weitergeht.

Durch den Krieg in der Ukraine kamen wieder Flüchtlinge im Stadtteil an, die möglicherweise Hilfe benötigen. „Bisher wohnen sie allerdings noch bei Freunden und Familienmitgliedern. Sie haben damit nicht die Probleme wie die Geflüchteten, als wir in 2015 unser Netzwerk mit 50 – kurz darauf 100 - Leuten gründeten“, berichtete Günter Ruddat von der Kirchengemeinde Eppendorf-Goldhamme eingangs.

Wer darüber hinaus eine Bleibe im Stadtteil finde, darüber gebe es noch keinen Überblick, so das Gemeindemitglied weiter. Deutlich machte er aber, dass im Gegensatz zu 2015 schon zahlreiche öffentliche Informationsangebote bis hin zu online-Sprachkursen und Arbeitsberatung für die Betroffenen bereitstünden.

Vor weiteren Beratungen zur zukünftigen Aufgabe des Netzwerks stand der Abschied. Der Koordinierungsrat mit Rita Kordt (Kath. Gemeinde), Ralf Michalzik (Ev. Freikirchliche Gemeinde) und Ruddat dankte Inga Schreiber für ihren großen Einsatz bei der Flüchtlingsarbeit. Von Anfang an wirkte sie sechseinhalb Jahre im Koordinierungsrat mit. „Ob Spracherwerb, Wohnungssuche oder Gestaltung von Festen, du warst stets ansprechbar“, dankte Kordt. „Du warst ein Licht für die Menschen, die hier Hilfe gesucht haben“, brachte es Michalzik auf den Punkt. Günter Ruddat sprach ihr zum Abschluss Gottes Segen zu mit „Keinen Tag soll es geben“ von Hanns Dieter Hüsch. Inga Schreiber dankte, berührt von so viel Zuneigung.

In der nachfolgenden Diskussion stand die Flüchtlingsarbeit im Stadtteil im Mittelpunkt. „Wir sollten uns auf die Menschen konzentrieren, die hier in Eppendorf und Umgebung untergebracht werden“, waren sich die Teilnehmer einig. Das heißt, praktische Hilfe vor Ort anbieten, etwa durch Spieletreffen für Kinder, Gesprächskreise sowie Sprachangebote für Ältere, Begleitung im Alltag und zu Behörden, Vernetzung mit Kita, Schule, Sportverein sowie Hilfe beim Einrichten von Wohnungen und Zimmern.

Zunächst aber besteht Informationsbedarf darüber, wer wann, wo und wie im Stadtteil unterkommen wird. Günter Ruddat: „Der Unterschied zu 2015 ist, dass die Leute zunächst drei Monate einfach hier sein können, bevor ein Aufenthaltstitel überhaupt notwendig ist.“ Der 23. Mai – 90 Tage nach Kriegsbeginn – ist deshalb ein wichtiger Stichtag, bevor klar wird, wie langfristig Unterstützung organisiert werden muss. Bis zum nächsten Treffen im Mai heißt das, weitere Informationen sammeln.

Das ökumenische Flüchtlingsnetzwerk kommt am Dienstag, 3. Mai, sowie am 7. Juni, jeweils um 18 Uhr zusammen. Treffpunkt: Ev. Gemeindehaus Eppendorf (In der Rohde 6). Anfragen und Anregungen zur Arbeit des Netzwerks an guenter@ruddat.net oder 02327/71205.

Fritz-Wicho Herrmann-Kümper