Seit 100 Jahren in Bochum am Zug

Erstellt am 11.11.2021

Bahnhofsmission feierte Jubiläum

Als die Bochumer Bahnhofsmission im Januar 1921 als ökumenisches Gemeinschaftsprojekt von Caritas und Diakonie ihre Arbeit aufnahm, wollten die Initiatoren etwas gegen die „unhaltbaren Verhältnisse am hiesigen Bahnhof und die Unsicherheit der Stadt“ unternehmen. Am Samstag feierte die Hilfeeinrichtung ihr 100-jähriges Jubiläum.

Startpunkt war neben dem Eingang des Bochumer Hauptbahnhofs am Kurt-Schumacher-Platz, wo Oberbürgermeister Thomas Eiskirch vor den versammelten Gästen und den Mitarbeitenden der Bahnhofsmission seine Glückwünsche überbrachte. Anschließend ging es gemeinsam in einem Umzug durch die Bochumer Fußgängerzone zur Propsteikirche St. Peter und Paul. Dort warteten ein warmer Imbiss, Musik von der "LaufBand" des Bistums Essen, Gespräche und Begegnungen sowie eine Präsentation von Studierenden der Evangelischen Hochschule mit „Ideen für die nächsten 100 Jahre für die Bochumer Bahnhofsmission“ auf die Festgesellschaft.

Abschluss und Höhepunkt der Jubiläumsfeier war ein ökumenischer Festgottesdienst, der am Abend von Superintendent Gerald Hagmann, Domkapitular Michael Dörnemann, Propst Michael Ludwig, Diakoniepfarrer Sven Pernak und Diakon Winfried Rottenecker zelebriert wurde. Anstelle einer klassischen Predigt hatte ein Video über den Alltag der Bochumer Bahnhofsmission Premiere, das mit Geburtstagsglückwünschen von treuen Gästen unterlegt war. Übereinstimmende Meinung aller: „Wie gut, dass es euch gibt!“

Denn auch wenn sich seit der Gründung vor 100 Jahren in Bochum viel verändert hat, eines ist immer gleich geblieben: Die Bahnhofsmission steht offen für alle – ohne Anmeldung, ohne Vorbehalte, gratis für jeden. Auch zu Zeiten, in denen andere Hilfestellen bereits geschlossen haben. So werden die Räume im Seitentrakt des Bochumer Hauptbahnhofs täglich von rund 100 Personen aufgesucht. Hinzu kommen rund 40 Besucherinnen und Besucher in der neuen Zweigstelle in der Propsteikirche. Diese wurde im Frühjahr 2020 eingerichtet, um die während der Corona-Pandemie erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln besser einhalten zu können.

Möglich wird diese umfassende Präsenz und Hilfe durch das Engagement von derzeit rund 25 Ehrenamtlichen, die den beruflichen Mitarbeitenden zur Seite stehen. Als Dank für ihren Einsatz erhielten die Ehrenamtlichen zum Hundertjährigen einen silbernen Anhänger mit dem Malteserkreuz, das das Logo der Bahnhofsmissionen in Deutschland ziert.

Die Ehrenamtlichen erhielten während des Festgottesdienstes als Dank für ihren Einsatz einen Anhänger mit dem Malteserkreuz, das das Logo der Bahnhofsmissionen in Deutschland ziert. Foto: Bahnhofsmission Bochum/ABo

Superintendent Gerald Hagmann gratulierte herzlich zu 100 Jahren Bahnhofsmission

„Die Bahnhofsmission macht eine unschätzbar wertvolle Arbeit. Sie kümmert sich unbürokratisch, rund um die Uhr und kostenlos um diejenigen, die Hilfe brauchen: Reisende, Gestrandete oder Menschen in existentiellen Notlagen. Die Bahnhofsmission ist ein unverzichtbarer Bestandteil im Netz der sozialen Arbeit in unserer Stadt Bochum. Ausdrücklich möchte ich deshalb heute auch den Menschen danken, die diese Arbeit tun: Den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ihre Zeit und ihre Kraft bei der Bahnhofsmission einsetzen, um anderen zu helfen.“