„Lasset die Kinder zu mir kommen“

Erstellt am 01.10.2021

Kindertagesstätte „KinderSegen“ feiert ersten Geburtstag im neuen Gebäude

Klettern auf dem Holzschiff, spielen im Sandkasten oder auch Bobbycar fahren: Der Nachwuchs der Evangelischen Kindertagesstätte „KinderSegen“ (vormals „Gaußstraße“) hat das Außengelände der neuen Einrichtung schon längst erobert. Anfang September 2020 zog die Kindertagesstätte von der langjährigen Heimstätte gegenüber ins neue Gebäude – dem umgebauten ehemaligen Gemeindezentrum Oberdahlhausen der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlhausen – um.

Ein Einweihungsfest fand durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie jedoch nicht statt. „Das haben wir jetzt kräftig nachgeholt zum ersten Geburtstag: Mit einem Open Air-Familiengottesdienst im neuen Atrium auf dem Außengelände und einem anschließenden ‘Tag der Offenen Tür‘“, erzählt Leiterin Anke Anderson. „Zahlreiche Kinder und Eltern aus unserer Kita sowie viele Leute aus der Gemeinde und der Nachbarschaft haben uns dabei begleitet“, so die studierte Fachwirtin für Gesundheit und Soziales zufrieden weiter.

Den Gottesdienst gestalteten das neue Kita-Team und Pfarrer Andreas Menzel zum Bibelwort „Lasset die Kinder zu mir kommen“ (Mk 10,14), mit dem Jesus Christus seine Jünger ermahnte. Ein Rollenanspiel der Kita-Kinder machte deutlich, dass es für den Nachwuchs auch unangenehme Situationen gibt. Etwa die Abweisung durch Erwachsene, die keine Zeit haben, die etwas vermeintlich Wichtigeres zu tun haben als miteinander eine schöne Zeit zu verbringen. Nähe erfahren und einbezogen werden, sich in Gottes Liebe geborgen fühlen, war da eine gelungene Auflösung der Situation.

Pfarrer Andreas Menzel enthüllte zudem ein Kreuz aus lauter bunt gedruckten Kinderhänden im Gottesdienst. Das Schöne daran: Besucher des ersten Geburtstags beschrifteten anschließend die Hände mit vielen guten Wünschen für die neue Einrichtung. Etwa mit „Gottes Segen über dieses Haus“.

Darüber hinaus fand die Kita, die nun auf rund 950 Quadratmetern Fläche das ehemalige Gemeindezentrum nebst neuem Anbau nutzt, viel Zuspruch. „Die Eltern, die aufgrund der geltenden Hygienebedingungen zum ersten Mal ins Haus durften, freuten sich ebenso wie die anderen Besucher über die schön und zweckmäßig eingerichteten Räume“, erzählt Anke Anderson.

Diese Räume dokumentieren zugleich das offene pädagogische Konzept im Haus. So gibt es unter anderem einen Rollenspiel-Raum, eine Turnhalle, ein Atelier (Malen und Basteln), ein Bauraum sowie eine gemütliche Leseecke. Anderson: „Alle Kinder dürfen sich dadurch in allen Bildungsräumen aufhalten.“ Das gilt selbst für die Kleinkinder im Alter von einem bis eineinhalb Jahren, die überall mitmischen dürfen. Sie haben allerdings auch noch eigene „Schutzräume“ zum Schlafen, Wickeln und Spielen.

Blick zurück: Der Umzug Anfang September 2020 war nicht nur unter Pandemiebedingungen eine ordentliche Herausforderung. Er fand mit Hilfe eines Umzugsunternehmens über mehrere Tage statt. Und das bei vollem Betrieb. „Am 14. September war der Umzug vollzogen. Unsere Kinder trugen zum Schluss ihre persönlichen Sachen in ihre neuen Fächer. Die Eltern holten sie auch im neuen Haus ab“, berichtet die Leiterin.

Mit dem Umzug ins neue Haus änderte sich nicht nur die Arbeitsfläche enorm. Anstatt 75 besuchen inzwischen 101 Kinder die Einrichtung. Es gibt fünf Gruppen: Eine U3 (Kleinkinder von 0 bis 3 Jahren), zwei für 2- bis 6-jährige Kinder sowie zwei für 3- bis 6-Jährige. Das Team wuchs zudem von acht auf 18 Mitarbeiterinnen. „Eine Vollzeitstelle für eine Erzieherin haben wir noch frei“, erklärt Anderson. Für die Zukunft der Kita wünscht sie sich vor allem eins: Endlich wieder unter früheren Normalbedingungen arbeiten zu dürfen.

Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die neue Kita „KinderSegen“: Gelungenes Ensemble von ehemaligen Kirchenzentrum und Anbau. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Anke Anderson leitet die Kita KinderSegen. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher beschrifteten das Kreuz aus bunten Händen mit guten Wünschen für die Zukunft der Kita. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper