Inklusion und Kinderschutz in der Kita

Erstellt am 25.06.2021

Veranstaltungen zur Fortbildung der Mitarbeitenden in den Evangelischen Kitas in Bochum

Der Juni stand für die Kindergartengemeinschaft und die Mitarbeiterinnen der Evangelischen Kindertagesstätten in Bochum ganz im Zeichen von Inklusion und Kinderschutz. Zwei Veranstaltungen zur Information und Fortbildung hatten die Fachberaterinnen Dagmar Reuter und Miriam Thiemann organisiert, zu denen Kita-Leitungen, Erzieherinnen, Inklusionsfachkräfte, Sprach- und Kinderschutzbeauftragte in der Christuskirche und im Haus der Kirche am Westring zusammenkamen.

Den Anfang machte eine Ausstellung mit Materialien aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK), die in Kitas eingesetzt werden können und die Inklusion und Sprachbildung fördern. An fünf großen Tischgruppen hatten Dagmar Reuter und Miriam Thiemann eine Vielzahl an Spielen, Büchern, Spielzeug und technische Hilfsmitteln aufgebaut, die beispielsweise bei der Sprachförderung zum Einsatz kommen oder Kindern mit Behinderung Partizipation ermöglichen.

Miriam Thiemann verstärkt seit Januar das Team der Kindergartengemeinschaft als Fachberaterin mit dem Schwerpunkt inklusive Pädagogik. Als Sprachheiltherapeutin arbeitet sie auch in der Integrativen Kita Wasserstraße und kennt daher viele Hilfsmittel nicht nur aus der eigenen Tätigkeit, sondern stellt auch selbst Materialien für spezielle Zwecke her.

„Es ist unglaublich wichtig und auch ein Aspekt des Themas Kinderschutzes, dass Kinder am Alltag und in der Gruppe teilhaben und sich ausdrücken können“, erklärte Dagmar Reuter. Alle 44 evangelischen Kitas in Bochum arbeiten inklusiv, dementsprechend war das Interesse der Mitarbeiterinnen groß. „Ich nehme hier ganz viel Inspiration mit“, oder „das können wir bei uns auf jeden Fall gut gebrauchen“, war von vielen der Besucherinnen zu hören, die allein oder mit Kolleginnen die Ausstellung besuchten.

Fachberaterinnen Miriam Thiemann (links) und Dagmar Reuter stellten Materialien und Hilfsmittel vor, die Sprachbildung fördern und Partizipation ermöglichen.

Die Mitarbeiterinnen, die dem Qualitätszirkel Kinderschutz angehören, und Dagmar Reuter bereiteten das Thema Kinderschutz unter vielen Gesichtspunkten für die Teilnehmerinnen des Fachtags vor.

Kinder haben Rechte

„Kinder haben Rechte – Was ist Kinderschutz in der Kita?“ lautete die Überschrift für die zweite Veranstaltung, die sich über zwei Tage hinweg vornehmlich an Leitungskräfte und Kinderschutzbeauftragte in den Kitas richtete. Bei der Einführung machte Dagmar Reuter deutlich, dass Kinderrechte und Kinderschutz den höchsten Stellenwert haben: „Die gesamte pädagogische Arbeit in unseren Einrichtungen sollte ausgerichtet sein an den Kinderrechten. Dann sind der Schutz und das Wohl der Kinder gesichert.“ Sie zeigte aber auch auf, dass Kinderrechte erst seit kurzem im Fokus stehen: So trat die UN-Kinderrechtskonvention erst 1992 in Deutschland in Kraft, seit 2000 ist das Recht auf gewaltfreie Erziehung im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Und erst vor wenigen Wochen ist die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz gescheitert.

Die Teilnehmerinnen beschäftigten sich bei der Veranstaltung in Gruppen mit den Aspekten Kinderrechte, dem Verhaltenskodex für Mitarbeitende, Risikoanalyse und Risikofaktoren, Gefühle-Geheimnisse, Nein sagen und Hilfe holen, Werte und Normen, Resilienz und emotionale Stärkung, Sexualpädagogik und Partizipation und Beschwerdeverfahren für Kinder.

Vorbereitet hatte Dagmar Reuter den Tag gemeinsam mit zehn Mitarbeiterinnen, die dem Qualitätszirkel Kinderschutz angehören. Sie machten dabei aus der Not eine Tugend: Die Beschäftigung mit dem Thema Kinderschutz ist Pflicht im Rahmen des Qualitätsmanagements. „Daraus dann einen Fachtag von solcher Qualität zu machen, ist wirklich großartig“, meinte dazu Michael Both, Geschäftsführer der Kindergartengemeinschaft. „Ich bin wirklich stolz, wie unsere Mitarbeiterinnen das – neben dem Alltagsgeschäft und ihrem Job in den Kitas – auf die Beine gestellt haben.“