Update: Auftaktveranstaltung auf den 11. Juli verschoben

Erstellt am 29.04.2021

Vergessene Orte jüdischen Lebens in Westfalen

Zum Download: Das Programmheft des Festivals

Update: Die für den kommenden Sonntag (2. Mai) geplante virtuelle Auftaktveranstaltung des westfalenweiten Festivals "Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen" muss coronabedingt verschoben werden. Sie soll nach jetzigen Planungen am 11. Juli nachgeholt werden.

"Die derzeitige Pandemie-Lage mit immer noch hohen Inzidenzwerten lässt eine Veranstaltung auch mit nur wenigen Teilnehmern nicht zu", bedauert Festival-Leiter Dr. Manfred Keller die Absage. Auch wenn die Enttäuschung bei allen Beteiligten groß sei, habe er uneingeschränktes Verständnis für die Entscheidung der zuständigen Ämter, ergänzte Keller.

Mit dem Festival "Musik & Kultur in westfälischen Landsynagogen" soll in den kommenden Sommermonaten an die reiche, aber weithin unbekannte Tradition jüdischen Lebens in Westfalen erinnert werden.

Geplant sind im Rahmen des Jubiläums "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" neun Veranstaltungen mit Musik, Literatur und Führungen. "Die ehemaligen Landsynagogen sind mehr als bloße Bauwerke", sagt Festival-Leiter Dr. Manfred Keller: "Sie sind Hotspots jüdischer Geschichte, in denen Glaube und Kultur des Landjudentums wieder lebendig werden."

Das Festival findet zwischen Juni und Oktober in Borgentreich-Borgholz, Coesfeld, Gronau-Epe und Drensteinfurt sowie in Hagen-Hohenlimburg, Neheim, Selm-Bork und Petershagen statt. Ehrengast der virtuellen Auftaktveranstaltung am 11. Juli ist Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Mitbegründer des Vereins "321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland".

Zu den acht Exkursionen würden auch Teilnehmende aus der Region, insbesondere jüdische Menschen, eingeladen, kündigt Dr. Anja Nicole Stuckenberger, Leiterin der Evangelischen Stadtakademie Bochum, an. Jeder Termin umfasst ein Konzert und eine literarische Veranstaltung, eine kleine Bewirtung aus der jüdischen Küche und eine Führung durch die jeweilige Landsynagoge.

Die ehemaligen Landsynagogen waren nach ihrer teilweisen Zerstörung in der Pogromnacht 1938 weithin in Vergessenheit geraten. Sie dienten u.a. als Abstellraum, Geräteschuppen oder Fahrradwerkstatt. Mittlerweile aber sind sie von örtlichen Initiativen wieder instand gesetzt und zumeist zu Gedenkstätten umgewandelt worden.

Das Kultur-Festival wird von der Evangelischen Stadtakademie Bochum, dem Evangelischen Forum Westfalen und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe veranstaltet. Das Projekt ist eines von insgesamt 24 Projekten, die von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Förderschwerpunktes zum bundesweiten Festjahr gefördert werden.

Weitere Informationen finden Sie im Internet: www.stadtakademie.de, lwlkulturstiftung.blog und unter 2021jlid.de.