Sehen, hören, schmecken - Eintauchen in das Leben Jesu

Erstellt am 05.03.2020

Die Erlebnisausstellung "Sinnenpark mobil" feiert ihre Bochumer Premiere in Werne

Wellen und Wind hör- und sichtbar: Die Reisegruppe erlebt im Boot die biblische Sturmstillung.

Zeitreise in die Synagoge: Reiseführer Marcus Steiner berichtet von der Glaubenswelt des Juden Jesus. Fotos: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

 

Wie kann uns Jesus Christus und die im Neuen Testament aufgeschriebene Geschichte im hier und jetzt emotional anrühren? "Indem wir sie für die Menschen von heute sinnlich erlebbar machen", glaubt Pfarrerin Birgit Leimbach von der evangelischen Kirchengemeinde Werne.


Gemeinsam mit Pastor Volker Sturm von der dortigen Evangelischen freien Gemeinde (EfG) und mit Gemeindereferent Marcus Steiner von der katholischen Gemeinde Herz Jesu Werne organisierte sie deshalb die Erlebnisausstellung "Sinnenpark mobil". Zu Gast ist diese unter dem Motto "Menschen begegnen Jesus" bis 13. März im katholischen Gemeindezentrum Hölterweg (Hölterweg 4).

Jesus begegnen in seiner Zeit und in seinen biblischen Geschichten - und das sehend, hörend und schmeckend -, steht deshalb für die Besucher im Mittelpunkt der Ausstellung. "Wir begeben uns hier auf eine Reise in die Zeit vor 2000 Jahren", erklärt dazu Gemeindereferent Steiner, als er mit rund 20 Leuten startet. Das wir dann eine doppelte Reise, denn sie führt in acht Räumen auch zu den Wurzeln des christlichen Glaubens.

Zunächst aber rollt Steiner, der sich als "Reiseleiter" mit Leimbach und Sturm abwechselt, im ersten Raum " für die Besucher den "roten Teppich aus, wie ein entsprechender Bodenbelag nebst Absperrung zeigt. Warum jeder Mensch hier ein "VIP" ist, erklärt der Gemeindereferent so: "Damals kam einer auf die Welt, der war ein VIP und ist ein VIP geblieben. Er ist aber - im Gegensatz zu heutigen VIP - stets nahbar geblieben und sieht in jedem etwas besonderes."

Begleitet wird die Reisegruppe von der Frage, wer dieser Mann war, der unser Leben verändert hat, mit dem unsere heutige Zeitrechnung begann, durch den wir Christen bis heute unsere Kirche, die Gemeinde, die Diakonie oder auch Caritas haben? Die Menschen damals hatten einen anderen Blick auf Jesus, wie eine alte Werkbank im ersten Raum zeigt: Für sie war er zunächst "nur" der Sohn des Zimmermanns Josef in Nazareth.

Welche Nähe dieser VIP Jesus Christus zuließ, zeigen die nachfolgenden Räume. Da sind zunächst Schlüsselszenen aus dem Leben Jesu mit tiefer Bedeutung für den Glauben. Etwa die "Taufe am Jordan" als Zeichen für das Angenommensein durch Gott, sein Besuch der Synagoge als Ort jüdischer Gottesbegegnung oder die "Sturmstillung" auf dem See Genezareth. Sie zeige uns, dass wir bei aller Not, die wir erleben, niemals tiefer fallen als in die Hand Gottes.

Alle diese Ereignisse und noch mehr werden sinnlich erlebbar. Panoramabilder und symbolhafte Gegenstände versetzen die "Reisegruppe" zurück in das historische Umfeld, egal ob Landschaft oder Ort. Auf den See Genezareth begleitet zum Beispiel ein Bild mit wogenden Wellen und Gischt. Die Besucher sitzen zusammen wie in einem kleinen Fischerboot. Der Sturm kommt über Lautsprecher zu Gehör. Die Synagoge wird fassbar durch ein Lespult mit Schriftrollen. Bei der "Taufe" erklingt aus dem Hintergrund eine Stimme: "Das ist mein geliebter Sohn ...".

Bei der "Hochzeit von Kana" zählt die Reisegruppe sogar zu den Festgästen. Sie trinken und essen mit, erfreuen sich an der Musik und erleben, wie Wasser zu Wein wird. Die Reise führt weiter. Die Kreuzigung folgt sowie die Wiederauferstehung Christi im "Raum der Hoffnung". Die VIP-Besucher nehmen sichtlich beeindruckt Abschied.

"Seit Anfang 2017 haben wir uns auf dieses Projekt vorbereitet, als wir die Ausstellung anmieteten. Das ist gelebte Ökumene", erklärt EfG-Pastor Sturm. Zunächst waren es die drei Projektleiter Leimbach, Steiner und Sturm, die eine Sinnenpark-Ausstellung in Wermelskirchen besuchten. Später erhielten 25 weitere Aktive, die das Unterfangen tatkräftig unterstützen, eine thematische Einführung mit Hilfe von Fotos. Der Evangelische Kirchenkreis Bochum sowie die katholischen Kirche in Bochum und Wattenscheid förderten finanziell. "Die verbliebenen Kosten teilen sich unsere drei Gemeinden", berichtet Sturm und hofft auf zahlreiche Spenden.

Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Erlebnisausstellung geht bis Freitag, 13. März im Gemeindezentrum, Hölterweg 4. Führungen gibt es von montags bis samstags, jeweils zur vollen Stunde von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 20 Uhr. Am Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Es gibt noch freie Termine. Anmeldung über das Internet www.sinnenpark-bochum-werne.de oder unter Telefon 0170 / 73 48 091. Der Eintritt zur barrierefreien Ausstellung ist kostenlos.