Ökumenischer Neujahrsempfang: "Wir sind alle eins"

Erstellt am 26.01.2020

Rund 300 Gäste folgten der Einladung ins Bergbau-Museum unter dem Motto: "Life for Future"

"Die Schöpfung bewahren - dem Leben Zukunft geben", hieß die Diskussionsrunde mit (v.l.n.r.) der Moderatorin Thea Jacobs, der BDKJ-Stadtvorsitzende Christina Behrens, Fridays for Future-Aktivist Kurt Cáceres und NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Foto: Rolf Stegemann

 

Rund 300 Gäste nahmen am Samstag (25. Januar) am traditionellen Ökumenischen Neujahrsempfang der Evangelische Kirche in Bochum und der Katholische Stadtkirche Bochum + Wattenscheid teil. Nach einer Umbaupause fand der Neujahrsempfang beider Kirchen wieder im Saal des "neuen alten Bergbau-Museums Bochum" statt, wie „Hausherr“ Museumsdirektor Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff erfreut betonte.

„Wir sind alle eins, egal ob Protestanten, Katholiken oder Orthodoxe“, betonte Katholikenratsvorsit-zender Lothar Gräfingholt in seiner Begrüßungsrede und zitierte dabei Papst Franziskus. „Und ich füge hinzu: Wir sind alle eins – egal ob Juden, Muslime, Christen oder Atheisten, denn: Wir sind Teil der einen Welt. Wir wollen Schöpfung bewahren. Wir wollen dem Leben Zukunft geben“.

Im Hinblick auf das Motto "Life for Future" betonte Lothar Gräfingholt: „In diesen Tagen und Wochen geht es um den Klimawandel und es geht auch um Kohle. Welcher Ort wäre besser geeignet für unser heutiges Thema als das Deutsche Bergbau-Museum.“ „Der Umgang mit den Ressourcen der Erde ist für uns ein wichtiges Thema. Wir wollen den Dialog ermöglichen“, verdeutlichte Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff.

"Die Schöpfung bewahren - dem Leben Zukunft geben", hieß die Diskussionsrunde, bei der NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser, Fridays for Future-Aktivist Kurt Cáceres und BDKJ-Stadtvorsitzende Christina Behrens erörterten, was Politik und Kirchen zu den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung beitragen können bzw. sollten. „Wir müssen Nach-haltigkeit ernst ernstnehmen, und ich wünsche mir dabei eine laute Stimme der Kirchen“, betonte Ministerin Heinen-Esser.

"Es hat sich viel bewegt. Die Kirchen handeln aber nicht konsequent genug, können aber viel erreichen", führte Cáceres von Fridays for Future aus, und BDKJ-Stadtvorsitzende Behrens ergänzte: "Nachhaltigkeit liegt in der DNA der Jugendverbände. Aber jetzt müssen Taten folgen. Das liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Der Preis fürs Nichtstun ist zu hoch."  

Die Moderation der Diskussion hatte Thea Jacobs, Referentin im Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, übernommen. Sie verwies auf das Engagement von Papst Franziskus (Enzyklika "Laudato si") und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema Klimaschutz und Bewahrung der Schöpfung.

Superintendent Dr. Gerald Hagmann betonte nach der Podiumsdiskussion: "Ich danke Fridays for Future, dass sie uns ins Gewissen geredet haben" und ergänzte: "Wir brauchen Mut, uns mit Taten dafür einzusetzen, dass sich etwas ändert".

Und Katholikenratsvorsitzender Lothar Gräfingholt betonte: „Es ist bemerkenswert: Eine junge Frau erreicht mit einem einzigen Pappplakat mehr als Päpste und Politik“. Und: „Es liegt an uns allen, aus dem was ist und aus dem was wir sehen, die notwendigen Schlüsse zu ziehen. Jede und jeder an ihrem Platz.“

Oberbürgermeister Thomas Eiskirch würdigte in seinem Grußwort einerseits das Engagement für den Klimaschutz in der Stadt (Stichwort: Klimanotstand), betonte aber auch: „Aber dies ist noch nicht genug“. Der erste Bürger der Stadt dankte zudem besonders den Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, die sich in evangelischen und katholischen Gemeinden, Einrichtungen und Verbänden engagieren. „Danke für das Engagement für die Menschen in Bochum. Unsere Stadt wäre anders ohne sie“.

Die musikalische Gestaltung des Neujahrsempfangs 2020 erfolgte durch die Pianistin Daria Burlak, die Naturklänge des Komponisten Franz Liszt vortrug. Im Anschluss fanden vier Führungen durch das neu gestaltete Bergbau-Museum Bochum sowie eine Begegnung im „Schwarzen Diamanten“ statt.

Christian Schnaubelt