Gemeinden in Dahlhausen und Weitmar wollen fusionieren

Erstellt am 07.09.2019

Die evangelischen Kirchengemeinden in Dahlhausen und Weitmar wollen sich in naher Zukunft zusammenschließen.

Das machten beide Leitungsgremien deutlich, indem sie zum Prozessauftakt jeweils zur Gemeindeversammlung einluden. Erkenntnis daraus: Beide Presbyterien wollen die Fusion sobald als möglich. Und es bestehen zur Zeit keine Absichten, Gebäude, Angebote oder Gemeindebüros zu schließen oder einzustellen.

Zum Ablauf der Fusion erklärte Pfarrer Andreas Menzel auf der Versammlung in Dahlhausen: "Schön wäre es, wenn wir das zeitnah zu den Presbyteriumswahlen hinbekämen." Pfarrerin Ursula Borchert aus Weitmar ergänzte: "Wir besetzen das Gremium paritätisch mit Vertretern aus beiden heutigen Gemeinden". Denn ein neues Leitungsgremium soll die zukünftige Gemeinde als erstes bekommen. Zum zeitlichen Wunsch dämpfen beide jedoch die Erwartungen: Vor Frühsommer 2020 wird es wohl nichts mit der Fusion und der Wahl, da


auch weitere kirchliche Gremien sowie der Regierungspräsident in Arnsberg darüber entscheiden müssen.

Die Bekanntgabe der Beschlüsse ging schnell. Die Besucher der Versammlungen haben aber viele Fragen. Lothar Litzenburger (Dahlhausen): "Zwischen den beiden Gemeinden gibt es keine geographische Grenze. Warum ist die Gemeinde Linden nicht mit dabei?" "Die Gemeinden im Südwesten arbeiten seit Jahren gut zusammen. Etwa bei den jeweiligen dienstlichen Vertretungen sowie bei Sonderveranstaltungen wie der 'Sommerkirche'. Das wird zukünftig so bleiben", antwortet Pfarrer Menzel.

Mit der Fusion wollen nun Dahlhausen und Weitmar die seelsorgerliche Betreuung sichern. Borchert: "Durch die Verabschiedung von Pfarrer Ingo Menzler im April 2018 ist in Dahlhausen die Stelle unbesetzt. Für Weitmar gilt dasselbe, nachdem Pfarrer Paul-Gerhard Böhringer in diesem Sommer in den Ruhestand gegangen ist." Sinkende Gemeindegliederzahlen lassen aber keine Wiederbesetzung im alten Umfang zu.


Menzel ist seit 2012 mit jeweils 50 Prozent Pfarrer in beiden Gemeinden. Das verzahnte in der Vergangenheit inhaltlich, wie etwa die gemeinsame Kirchentagsaktion der Gemeinden im Juni dieses Jahres zeigte. Organisatorisch bedeutet seine heutige Stelle jedoch eine Doppelbelastung. Die Leitungsgremien sehen deshalb mit der Fusion die Chance, hier Entlastung zugunsten einer verbesserten Seelsorge zu schaffen.

Superintendent Gerald Hagmann moderierte die Versammlungen. "Der Fusionsbeschluss beider Presbyterien lässt es zu, dass die beiden anderen Gemeinden im Südwesten, Eppendorf-Goldhamme und Linden, später noch hinzutreten können", ergänzt er. Beschlüsse gab es nicht, da nur die Presbyterien nach der Kirchenordnung entscheidungsbefugt sind.

Trotz aller Nachfragen der Gemeindemitglieder sprach sich niemand gegen den Zusammenschluss aus. Nun wird eine Steuerungsgruppe mit je drei Vertretern aus den Kirchengemeinden Dahlhausen und Weitmar die einzelnen Aufgaben für das Zusammengehen abarbeiten.

Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Engagieren sich für die Zukunft der evangelischen Kirche in Dahlhausen und Weitmar (v.l.): Pfarrerin Ursula Borchert, Presbyterin Heike Syperrek-Gürsoy, Pfarrer Andreas Menzel, Presbyterin Christiane Sittig, Pfarrerin Ulrike Menzel und Presbyter Theo Ubbens. Text und Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper