"Wir lassen Sie ungern ziehen!"

Erstellt am 10.01.2019

In Hamme ist Kita-Leiterin Gabriele Schefzig in den Ruhestand verabschiedet worden

Apfelbaum und Badetuch: Zahlreiche Geschenke überreichten die Kita-Kinder Gabriele Schefzig zum Ruhestand. Foto: F.-W. Herrmann-Kümper

 

"Für Sie beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Wir wollen deshalb Danke sagen, denn Sie haben im Kindergarten die Gemeindearbeit mitgefördert." Das erklärte Pfarrerin Diana Klöpper, als sie Leiterin Gabriele Schefzig von der Evangelischen Kindertagesstätte (Kita) "Hoffnungsbaum" in Hamme verabschiedete.


"Ihre Einrichtung war Ihnen stets ein Herzensanliegen", ergänzte Klöpper im Gottesdienst in der Gethsemanekirche vor zahlreichen Mitarbeitenden und Freunden.

Pfarrerin Heike Lengenfeld-Brown, die 2016/17 kommissarisch den neuen Gemeindebezirk Hamme-Hordel leitete, dankte Schefzig für ihren auch ehrenamtlichen Einsatz, mit dem sie die Gemeindearbeit sehr unterstützt habe. Schefzig war von 2014 bis 2016 Kirchmeisterin in Hamme. Sie folgte damit Rudi Korth nach, der plötzlich verstarb. "Von der Landeskirche gab es dafür eine Ausnahmegenehmigung", erinnert sie sich. Denn eigentlich darf niemand, der Mitarbeitender in einer Gemeinde ist, zugleich im Presbyterium als Aufsichtsgremium vertreten sein.

Geschäftsführer Michael Both von der Evangelischen Kindergartengemeinschaft fand ebenfalls lobende Worte. "Zehn Jahre haben Sie sich in unserer Kindergartengemeinschaft für die Arbeit und Ihre Kolleginnen eingesetzt. Unsere Zusammenarbeit war geprägt von einem vertrauensvollen Miteinander, trotz so mancher Auseinandersetzung. In ihrer Einrichtung prägten Sie zudem in den letzten zwei Jahrzehnten alle Entwicklungen mit. Danke, dass Sie uns begleitet haben. Ich lasse Sie ungern ziehen", betonte Both.

"Sie hatten immer offene Ohren für die Kinder und uns und brachten sich engagiert ein", dankten wiederum Bogdana Karaburove und Sandra Umlauf vom Elternrat.

Mitarbeiterin Karina Schumacher betonte, dass Schefzig sich stets für die Kinder und Kolleginnen engagiert hat.“ Als 1977 die Schließung unserer Einrichtung im Raum stand, gelang es Dir durch den damals neuen Rechtsanspruch für Kinder ab drei Jahren eine neue Gruppe zu bekommen", erinnerte sie dankbar. Auch darüber hinaus, habe sie sich um das Kindeswohl gekümmert. "Mit Deiner Unterstützung arbeiteten wir stets pädagogisch auf der Höhe der Zeit."

Schefzig leitete 23 Jahre lang die Kita "Hoffnungsbaum". 1992 hatte sie dort eine feste Stelle erhalten. 1995 übernahm die heute 65-Jährige die Leitung. "Ich wuchs langsam in die Aufgabe hinein", berichtete die gelernte Erzieherin. Schon 1998 war Vielseitigkeit gefragt. "Ich musste mit Handwerkern verhandeln, ständig die Bauarbeiten kontrollieren und das Tagesgeschäft in der Kita organisieren." Grund: Die einzügige Kita mit 25 Kindern erhielt einen Anbau, der zu einer zweiten Gruppe führte. Mit 50 Kindern verdoppelte sich nicht nur alles - auch das Überleben der Einrichtung war gesichert.

Weitere Herausforderungen für die Erzieherin folgten. Das war u.a. die Aufnahme von Hort-Kindern aus der seit August 2014 geschlossenen Grundschule "Von-der Recke-Straße". 2015/16 erfolgte ein erneuter Kita-Anbau. "Seitdem können wir sechs Plätze für Kinder ab zwei Jahren anbieten, die im Stadtteil dringend benötigt werden", freute sich die 65-Jährige. Nun folgt der Ruhestand. Nachfolgerin ist Martina Serwodka.

Fritz-Wicho Herrmann-Kümper