Kirchen rufen zu einer Menschenkette um die Synagoge auf

Erstellt am 10.10.2019

Nach dem gestrigen Terror-Anschlag in Halle rufen die Kirchen in Bochum dazu auf, sich mit den Jüdischen Gemeinden zu solidarisieren und laden dazu ein, am Freitag (11.10.) ab 18 Uhr eine Menschenkette um die Synagoge Bochum am Erich-Mendel-Platz 1 zu bilden.


„Wir stellen uns an die Seite derer, die im Fadenkreuz des Hasses stehen“, erklärt der Superintendent der Evangelischen Kirche in Bochum, Dr. Gerald Hagmann: „Antisemitismus ist keine Meinung, sondern Triebkraft des Terrors.“

„Die Aktion in Bochum ist symbolisch“, sagt Michael Kemper, Stadtdechant der katholischen Kirche: „In dieser Situation gewinnen Symbole größere Bedeutung als Reden. Wir alle müssen und wollen dem Hass, den unsere jüdischen Geschwister erleiden, entgegen treten.“

Auch Oberbürgermeister Thomas Eiskirch wird sich in die Menschenkette einreihen, die sich - schweigend - ab 18 Uhr als schützender Ring um die Synagoge legt. Gegen 18.30 Uhr versammelt sich die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen dort zum Gottesdienst.

In Halle (Saale) hatte am gestrigen Mittwoch ein rechtsradikaler und schwer bewaffneter Antisemit versucht, die dortige Gemeinde während ihres Gottesdienstes zu überfallen. Bei dem Anschlag wurden zwei Menschen getötet.