Atem holen mitten im Weihnachtsmarkt

Erstellt am 11.12.2018

Tägliche Kurzandachten in der Pauluskirche

15 Minuten mit Gott und dabei kurz mal innehalten, Atem holen, raus aus dem Vorweihnachtstrubel. Auch in diesem Jahr bietet der ökumenische Arbeitskreis „Kirche in der Stadt“ in der Pauluskirche, mittendrin im trubeligen Mittelaltermarkt, die Möglichkeit für einen kurzen Rückzug, eine Besinnung auf das, was Weihnachten und die Adventszeit doch eigentlich bedeuten.

"Heute ist ein besonderer Tag, der Tag der heiligen Barbara." Pfarrerin Stefanie Haferung hat auf der Kanzel eine Vase mit Zweigen neben sich stehen. "Diese Kirschbaumzweige habe ich vorhin im Garten meines Nachbarn geschnitten." Barbarazweige gehören zu diesem Tag, genauso wie die Umzüge von Knappen-Vereinen im Ruhrgebiet. Denn die heilige Barbara gilt auch als Schutzheilige der Bergleute.

"Sie war die Tochter wohlhabender Eltern und lebte im Gebiet der heutigen Türkei“, erläutert Pfarrerin Haferung weiter. Man pries ihre Schönheit und ihren Verstand. Doch dass sie sich dem Christentum zuwandte, war für ihren Vater zu viel. Er sperrte seine Tochter in einen Turm ein. Aber Barbara blieb standhaft und weigerte sich bis zu ihrem gewaltsamen Tod ihren christlichen Glauben und ihre jungfräuliche Hingabe an Gott aufzugeben.

"Advent(s)gestalten" sind in diesem Jahr das Thema der Andachten in der Pauluskirche. Der ökumenische Arbeitskreis bietet dieses "Atem holen im Advent" seit mehr als 20 Jahren an. Bis zum 21. Dezember gibt es werktags um 16.30 Uhr die Möglichkeit, sich für eine Viertelstunde aus dem Weihnachtsmarktgeschehen zurückzuziehen.

Auch an diesem Dezembernachmittag lassen sich Menschen dazu einladen. Kilian ist gleich mit seiner ganzen Konfirmandengruppe da. "Ich finde es toll", lautet das eindeutige Urteil des 12-Jährigen. Gut 20 Besucher sind heute der Einladung in die Kirche gefolgt, an anderen Tagen kommen auch mal nur zehn - oder auch mehr.  "Doch auch wenn hier nur eine Person sitzt, die Andacht findet auf jeden Fall statt", stellt Pfarrerin Haferung unmissverständlich klar.

Gemeinsam singen nun alle das Lied "Es ist ein Ros entsprungen" - und nach dem abschließenden Segen kann sich, wer mag, wieder in den Weihnachtsmarkttrubel stürzen. Oder sich rasch noch einen Kirschbaumzweig aus der Vase mitnehmen. Vielleicht erblüht er schon zu Weihnachten.

Frauke Haardt-Radzik

Pfarrerin Stefanie Haferung gestaltet in der Pauluskirche eine Kurzandacht in der Reihe "Atem holen im Advent", diesmal zur Schutzpatronin der Bergleute, der heiligen Barbara. Foto: Frauke Haardt-Radzik