Klimafasten 2019 – eine Aktion, die zum Mitmachen einlädt!

Woche 3: Achtsam essen

In der 3. Fastenwoche steht das Thema „Achtsam essen“ auf dem Prüfstand.

Lebensmittel schmeißt man nicht weg!“ Diesen Grundsatz hat Claudia Sarawara, Presbyterin in Querenburg, als Nachkriegskind tief verinnerlicht. Besonders Brot ist für sie kostbar, und sie achtet auf gute regionale Qualität und kauft maßvoll ein. Ihre große Liebe gehört einem Apfelbaum, der weit mehr Früchte trägt, als sie jemals essen kann. Darum kommt ein großer Teil in eine Mosterei, ein anderer Teil wird gelagert, gerne verschenkt sie auch ihre Äpfel. Und sie liebt es, sich neue Apfelrezepte auszudenken, mit denen sie Freunde überraschen kann.

Strategien, die auch viele junge Leute nutzen: Über Plattformen wie Foodsharing verbinden sie sich mit anderen Lebensmittelrettern, holen überschüssige Lebensmittel ab oder suchen die kreativsten Resterezepte mit Hilfe einer App. Und wer keinen eigenen Apfelbaum im Garten hat, kann sich an verschiedenen Stellen in Bochum mit Obst von Streuobstwiesen versorgen – zugleich ein Beitrag zum Insekten- und Landschaftsschutz.

Fleisch kommt bei Claudia Sarawara nur selten auf den Tisch, und wenn dann bio und regional, ein Beitrag nicht nur zum Klimaschutz. Weit gereiste Lebensmittel versucht sie zu vermeiden, auch wenn sie durchaus mit weitgereisten Lebensmitteln handelt.

Als Mitglied des Eine-Welt-Standes im Thomaszentrum, dessen Erlös in ein Schulprojekt in Südindien fließt, verkauft sie Lebensmittel, die Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika ein existenzsicherndes Einkommen zu menschenwürdigen Arbeitsbedingungen ermöglichen. Dass der weitgereiste Kaffee oder Tee, der in der Gemeinde Querenburg angeboten wird, wenigstens fair gehandelt wird, befriedigt die Presbyterin. Dass Produkte wie Honig so weit gereist sind, wenn sie doch auch um die Ecke produziert werden, macht sie nachdenklich.

„Trotzdem unterstütze ich natürlich gerne die Kleinbauern!“  Ein Zwiespalt, der uns oft begleitet, wenn wir entscheiden, was wir essen – ein Hinweis darauf, dass individuelle Verantwortung zwar wichtig ist, aber dass auch politische Lösungen gefragt sind, wenn es um Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit im globalen Lebensmittelhandel geht. EMR

Weitere Informationen im Internet unter www.klimaschutz-ekvw.de/klimafasten.

Woche 2: Mein Energiehaushalt

In der 2. Fastenwoche steht der Energieverbrauch auf dem Prüfstand.

Für Yon-Ok Ahn, Presbyterin der evangelischen Kirchengemeinde Wiemelhausen und Mitglied der koreanischen evangelischen Kirche in Bochum, ist Energiesparen schon lange ein wichtiges Thema – für das Klima und die Umwelt, aber auch für den eigenen Geldbeutel. Stoßlüften statt Kipplüften, das ist ihr in Fleisch- und Blut übergegangen. Und dass jedes Grad Raumtemperatur weniger bis zu 10 Prozent Heizenergie spart, ist für sie kein Geheimnis. „Da ziehe ich eine Jacke an oder wickele mich in eine Decke, das ist sowie so gemütlicher!“ meint sie.

Dass Klima- und Umweltschutz auch ihre persönliche Lebensqualität steigert, nutzt sie gerne aus: „Kaltes Wasser zum Gesicht- und Händewaschen ist gleichzeitig erfrischend und Kreislauf anregend!“

Für die Fastenzeit will sie sich mit den Standby Geräten in ihrem Haushalt beschäftigen, denn der Standby-Modus ist ein unnützer Stromfresser. Der Computer ist schon mit einem Kippschalter ans Stromnetz angeschlossen, den sie einfach ausschalten kann. Dass Ladegeräte für Handys oder Tabletts, die in der Steckdose stecken, auch dann Strom fressen, wenn sie nicht ans Gerät angeschlossen sind, findet sie ärgerlich. Also raus mit den Ladekabeln aus der Steckdose! Welche anderen Geräte sich in ihrem Haushalt komplett ausschalten lassen, will sie in den nächsten Tagen erkunden. Vielleicht gehen auch Sie auf Entdeckungstour in Ihrer Wohnung?

Dass die Evangelische Kirche in Bochum Ökostrom nutzt, findet Yon-Ok Ahn gut. Und gerne verweist sie auf die Homepage www.klimaschutz-ekvw.de/klimafasten, auf der noch mehr Anregungen zum Energiesparen stehen. EMR

Woche 1: Zur Einstimmung

„So viel du brauchst…“ ist das - vielleicht - überraschende Motto beim Klimafasten 2019, zu dem evangelische und katholische Kirchen in der Fastenzeit nach Aschermittwoch einladen.

In Bochum hat sich der synodale Ökumene-Ausschuss zu einem Selbstversuch entschlossen. Jede Woche wollen die Ausschussmitglieder einen anderen Bereich des Klimafastens erforschen und darüber an dieser Stelle berichten.

"Zum Auftakt in der nächsten Woche gehen wir auf Spurensuche in unserem Energiehaushalt", kündigt die Ausschussvorsitzende, Pfarrerin Eva-Maria Ranft, an. In der folgenden Woche will sich die Gruppe Zeit nehmen für achtsames Kochen und Essen. Es folgt eine Woche zum fairen Konsum und zum Thema "anders unterwegs", wobei es um klimafreundliche Mobilität geht. Und zum Abschluss der Fastenzeit heißt es herausfordernd: plastikfrei!

„So viel du brauchst…“ - Beim Klimafasten geht es weniger um Verzicht oder Askese. Es geht vielmehr darum zu entdecken, wie viel Lebensqualität wir gewinnen, wenn wir achtsam und bewusst mit den Ressourcen unserer Erde umgehen. Es ist eine Chance, manchen Nachlässigkeiten auf die Schliche zu kommen, und vielleicht begegnen uns ja ganz unerwartete spannende Ideen, unser Klima und unsere Erde zu schützen, die wir noch gar nicht kannten.

Ausführliche Infos zum Klimafasten finden sich unter: www.klimaschutz-ekvw.de/klimafasten.

Wer eigene Erfahrungen mit dem Klimafasten mit uns teilen möchte, kann sich per E-Mail beim Frauenreferat melden.