Direkt zum Inhalt der Webseite springen

3. Die Adressaten

Die Kommunikation des Evangeliums erfolgt grundsätzlich gegenüber allen Menschen, insbesondere gegenüber den Mitgliedern unserer Kirche.

Um möglichst erfolgreich kommunizieren zu können, sind u. a. folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

Es gilt die Menschen zu verstehen, mit denen wir kommunizieren wollen, und es gilt die Gesellschaft zu verstehen, in die hinein wir unsere Botschaft tragen.

An dieser Stelle verweisen wir insbesondere auf die Abschnitte „Der Rahmen der kirchlichen Arbeit in Bochum“ (Kapitel I) und „Herausforderungen“ (Kapitel IV).

Ergänzend zu dem bereits Beschriebenen verweisen wir auf folgende Beobachtungen:

·         Verständnis der Gesellschaft als eine heterogene Netzwerkgesellschaft

·         Netzwerkgesellschaft ist Ausdruck einer sozialen Multioptionalität

·         Vielfalt wird Grundbestandteil der zukünftigen Lebensstruktur und Organisationsgestaltung sein

·         Zu dieser Vielfalt gehört es, auch den eigenen Glauben individuell zu gestalten

Das heißt für unseren Kommunikationsprozess: Viele Menschen erleben Kirche und die Botschaft des Evangeliums als eine von vielen Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten. Die Botschaft des Evangeliums steht in Konkurrenz zu anderen Botschaften.

Aus diesem Grund bringt sich die Evangelische Kirche in Bochum aktiv und dialogbereit in die Gesellschaft ein mit dem Ziel, ein breites Spektrum der Gesellschaft mit ihrer Botschaft zu erreichen.

Um unsere Kirchenmitglieder zu erreichen, gilt es deren Erwartungen zu kennen. Nach Untersuchungen der Evangelischen Kirche in Deutschland fühlen sich 70 Prozent der Kirchenmitglieder in einem mittleren, hohen oder sogar sehr hohen Maße ihrer Kirche verbunden. Die oben genannten Untersuchungen benennen, was die Menschen an ihre Kirche bindet und was rund 70 Prozent der Mitglieder von ihrer Kirche erwarten:

1.      Erstens: Die Kirche soll sich um Alte, Kranke, Behinderte und um Menschen in sozialen Notlagen kümmern.

2.      Zweitens: Die Kirche soll die Mitglieder bei Taufe, Konfirmation, Hochzeit und Beerdigung geistlich begleiten.

3.      Drittens: Die Kirche soll die christliche Botschaft verkünden, Gottesdienste feiern und Räume eröffnen für Stille und Gebet.

Die Untersuchungen zeigen aber auch: es gibt nicht „die Erwartungen“. Die Kirchenmitglieder nehmen ihre Mitgliedschaft sehr unterschiedlich und vielgestaltig wahr. Die Mehrheit der Mitglieder identifiziert sich nicht mehr umfassend mit einer Gemeinde, einer Gruppe, einer Organisation, mit der Kirche. Identifikation erfolgt mehr und mehr über Betroffenheit, Interesse und Gelegenheit. Die Kirchen „müssten ihre Organisation darauf ausrichten, aktiv, initiativ, quasi unternehmerisch um Akzeptanz, Förderung und Mitgliedertreue zu werben“ (Fremde Heimat Kirche S. 353)