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II. Der Evangelische Kirchenkreis Bochum

Geschichte des Kirchenkreises

1818 wurde der Evangelische Kirchenkreis Bochum als eigene Organisationseinheit gründet. Seine heutigen Grenzen erhielt er in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts.

1927 wurde von den Bochumer Kirchengemeinden der Ortsverband für Innere Mission als eigener Rechtsträger gegründet. Damals wurde ein hauptamtlicher Pfarrer mit dem Ziel berufen, die Kräfte planmäßig einzusetzen und die diakonische und missionarische Arbeit der Gemeinden und der Einrichtungen der Inneren Mission zusammenzufassen.

Die Jahre zwischen 1933 und 1945 waren gekennzeichnet von scharfen Konflikten und spannungsreichen Auseinandersetzungen um die Haltung der Evangelischen Kirche in Bochum zum Nationalsozialismus.

Am 1. April 1939 wurde der Bochumer Gesamtverband gegründet. Er umfasste alle Gemeinden des Kirchenkreises Bochum und verstand sich als Solidargemeinschaft. Seine Aufgabe war es vor allem, einen Finanzausgleich zwischen den Gemeinden herbeizuführen.

Die Jahre nach 1945 waren geprägt vom Wiederaufbau und dem Neubau von Kirchen und Gemeindehäusern. Weiterhin wurden diakonische Einrichtungen und Dienste neu auf- und ausgebaut.

Nach 1962 wurden, erleichtert durch gute Kirchensteuereinnahmen, Großgemeinden geteilt, neue Pfarrstellen errichtet. Kreiskirchliche Arbeitsfelder wurden aufgebaut und erweitert. So zum Beispiel das Jugendpfarramt oder die Einrichtung und Übernahme von Kindertageseinrichtungen anderer Träger.

Mit dem einsetzenden Rückgang der Kirchensteuereinnahmen in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts setzten tiefgreifende Strukturveränderungen ein. Sie vollziehen sich vor dem Hintergrund des Reformprozesses der Evangelischen Kirche von Westfalen, der seit 1999/2000 unter dem Titel „Kirche mit Zukunft“ den Rahmen kirchlichen Handelns neu definiert.

Infolge des von der Landessynode 2003 beschlossenen Finanzausgleichsgesetzes sind die Kirchenkreise verpflichtet, eine Finanzsatzung zu verabschieden. In diesem Zusammenhang fiel der Beschluss, dass der Kirchenkreis der Satzungsgeber werden sollte. Damit verlor der Gesamtverband seine wesentliche Aufgabe der Finanzverteilung. 2007 wurde er aufgelöst.

Im Jahr 2007 begann das landeskirchliche „Projekt Bochum“ (ProBo) mit dem Ziel einer Verwaltungsreorganisation und der Herstellung eines neu geordneten Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesens im Kirchenkreis. Das Projekt konnte zum Ablauf des Jahres 2008 erfolgreich beendet werden.

Seit Mitte der Neunzigerjahre des l. J. vollzog sich ein umfangreicher Stellenabbau in fast allen Bereichen des Kirchenkreises.

 

Fläche und Gemeindegliederzahl

Die Fläche des Kirchenkreises beträgt 125,29 km². Dies entspricht der Fläche des Stadtgebietes Bochums mit dem Ortsteil Eppendorf ohne Wattenscheid. Im Kirchenkreis Bochum ist die Gemeindegliederzahl von 184.365 im Jahr 1975 auf 96.847 am 31. 12. 2012 zurückgegangen. Legte  man einen jährlichen Rückgang der Gemeindegliederzahl um zwei Prozent zugrunde  – wie es in den letzten Jahren war-, würde die Gemeindegliederzahl 2020 bei 82.360 liegen.

 

Gemeindepfarrstellen, Funktionspfarrstellen, Pfarrerinnen und Pfarrer im Entsendungsdienst und Beschäftigungsauftrag.

Im Kirchenkreis Bochum lebten am 31.12.2012 96.847 Gemeindeglieder in 18 Gemeinden. Dem standen 39 Gemeindepfarrstellen sowie 12 Kreispfarrstellen mit 100 % Dienstumfang und eine Kreispfarrstelle mit 75 % Dienstumfang gegenüber. Insgesamt gab es im Kirchenkreis 52,75 Pfarrstellen.

Weiterhin gab es im Kirchenkreis Bochum 23 Pfarrerinnen und Pfarrer im Entsendungsdienst oder im Beschäftigungsauftrag. Viele Aufgaben, vor allem im Bereich der Seelsorge, werden heute von ihnen wahrgenommen.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie finanzielle Ressourcen

Für das Jahr 2013 plant der Evangelische Kirchenkreis Bochum mit einem Haushaltsvolumen von 9.757.741,00 €. Hiervon sollen 975.774,00 € für Kindertagesstätten und 741.588,00 € für die Innere Mission / Diakonie verwendet werden. Der Kirchenkreis beschäftigt 29 Personen in der Verwaltung sowie weitere 30 Personen, die nicht unter die Pfarrstellenbesoldung fallen.

Weiterhin sind in der Evangelischen Kirche in Bochum mehr als 3.200 ehrenamtlich Mitarbeitende in den verschiedensten Bereichen tätig. Zunehmend wird es aber schwieriger, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Als Folge steigt der Altersdurchschnitt der Aktiven, und auf immer weniger Ehrenamtliche entfällt immer mehr Arbeit. Viele gehen dabei über ihre Leistungsgrenzen hinaus. Allgemein besteht der Wunsch, dass „neue“ Ehrenamtliche gewonnen werden und ihre Begleitung durch Hauptamtliche weiterentwickelt wird.