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I. Der Rahmen der kirchlichen Arbeit in Bochum

Unsere Stadt

Die Stadt Bochum

Seit Bochum im Jahr 890 zum ersten Mal erwähnt wurde, hat die Stadt eine wechselvolle Geschichte durchlebt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann hier die Blütezeit des Bochumer Bergbaus. Einige Jahre später kam als zweites Standbein die Schwerindustrie hinzu. Damit entwickelte sich Bochum als die Stahl- und Kohle-Stadt, als die sie lange bekannt war.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg setzte mit dem Rückgang des Bergbaus in Bochum ein wirtschaftlicher Strukturwandel ein. Mit der Zeche Hannover schloss 1973 die letzte Bochumer Zeche. Zum Symbol des Strukturwandels im Ruhrgebiet wurde neben den 1962 geöffneten Werken der Adam Opel AG vor allem die Ruhr-Universität. Heute ist Bochum ein Dienstleistungs-, Bildungs- und Kulturzentrum im Ruhrgebiet.

Die heutige räumliche Größe erreichte die Stadt Bochum in mehreren Phasen der Eingemeindungen kleinerer Orte als Stadtteile in das Stadtgebiet. Durch den Zusammenschluss mit der kreisfreien Stadt Wattenscheid im Jahr 1975 erreichte das Stadtgebiet seinen heutigen Umfang. Auch heute noch identifiziert sich die Bevölkerung oft noch stärker mit ihrem jeweiligen Ortsteil als mit der Stadt als Ganzes.

Kultur und Bildung

Bochum ist ein Kultur- und Bildungsschwerpunkt. Die Stadt bietet einen hohen Freizeitwert und wird als Universitätsstadt wahrgenommen. So bietet sie zahlreiche Theaterspielstätten, Museen, Schulen und neun Hochschulen wie die Ruhr-Universität oder die Evangelische Fachhochschule. Mit der Matthias-Claudius-Schule findet sich die erste integrative Gesamtschule in freier Trägerschaft in Bochum. Weiterhin unterrichtet die Musikschule Bochum rund 7000 Schüler.

Mit dem Schauspielhaus Bochum verfügt die Stadt über eine der renommiertesten Bühnen für Sprechtheater in Deutschland. Weitere bekannte Aufführungsorte sind der Starlight Express und die Jahrhunderthalle, die sowohl eine Hauptspielstätte der Ruhrtriennale als auch Ort zahlreicher Großveranstaltungen ist. Die Bochumer Symphoniker bieten Konzerte in einzelnen Stadtteilen und kooperieren u. a. im Rahmen regelmäßiger Konzerte mit der Evangelischen Stadtkantorei.

Museen wie das Deutsche Bergbaumuseum oder das Kunstmuseum Bochum haben überregionale Bedeutung. Dies gilt auch für das eintrittsfreie Rock-Pop-Festival „Bochum Total“, das seit 1986 in der Innenstadt stattfindet und regelmäßig 900.000 Zuschauer findet. Damit ist es eine der größten Musikveranstaltungen Europas.

Die Menschen in Bochum

Bevölkerungszahlen und ihre Entwicklung

Bochum hatte am Stichtag 31. Dezember 2011 366.054 Einwohner. Lange wurden in den Bereichen Migration und Integration statistische Daten nicht nach Nationalität erhoben. Darum unterschieden Statistiken nur nach Deutschen und Ausländern. Es ist schwierig, zu Personen mit Migrationshintergrund konkrete Zahlen zu benennen, da dieser Begriff unterschiedlich definiert wird. Die Stadt Bochum nennt jedoch für 2011 einen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund von 15,6 Prozent. Der Ausländeranteil lag bei 9,1 Prozent. <s></s>

Die Bochumer leben in 188.400 Haushalten. Auch wenn es keine statistischen Daten über Familien gibt, lassen sich aufgrund der Angaben über die Haushaltsformen Rückschlüsse auf familiäre Lebensformen ziehen. In jedem fünften Bochumer Haushalt leben Kinder. In mehr als der Hälfte der 32.900 Haushalte mit Kindern (absolut rund 19.000) lebt nur ein Kind. In circa elf Prozent der Haushalte mit Kindern leben drei Kinder und mehr. Wenn auch bei den Haushalten mit Kindern in der Regel zwei Erwachsene leben, gibt es in etwa 25 Prozent von ihnen (absolut rund 8000) nur eine erwachsene Person.

Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung lässt sich feststellen, dass im Jahr 2011 2644 Geburten 4337 Sterbefälle gegenüberstanden. Die Bevölkerungsprognose zeigt in der nahen Zukunft einen weiteren Bevölkerungsrückgang verbunden mit einer deutlichen Zunahme älterer Menschen. Sie kommt zu der Erwartung, dass 2025 rund 345.200 Menschen in Bochum leben werden. Hierbei hat die „natürliche Bevölkerungsentwicklung“ eine entscheidende Bedeutung, während Wanderungsbewegungen, Fort- und Zuzüge einen geringen Einfluss auf die Bochumer Bevölkerungsentwicklung haben.

Im Einzelnen wird für das Jahr 2020 erwartet, dass 14,1 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahre alt sind, 57,1 Prozent zwischen 18 und 60 und 28,8 Prozent älter als 60 Jahre. Von den über 60-Jährigen werden 44,9 Prozent in Ein-Personen-Haushalten leben. In Haushalten mit Kindern werden nur noch 17,2 Prozent der Bevölkerung leben, das ist ein Rückgang von 11,3 Prozent.

Das Eintreten dieser beschriebenen Entwicklung ist umso wahrscheinlicher, als aufgrund niedriger Geburtenziffern sowie eines stetigen Rückgangs der Anzahl an Frauen im gebärfähigen Alter eine Trendwende nicht zu erwarten ist.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchungen zeigt, dass in den letzten 30 Jahren der Anteil der deutschen Bevölkerung rückläufig ist, während der Anteil der ausländischen Bevölkerung angestiegen ist. Zusammengenommen bedeutet dies, dass die Bevölkerung in Bochum schrumpft, altert und bunter wird.

Aktuelle Situation

Ein Blick auf die Einkommenssituation der Bochumerinnen und Bochumer zeigt, dass im Jahr 2007 das Bruttodurchschnittseinkommen je Steuerpflichtigen in Bochum bei etwa 26.500 € im Jahr lag. Die Einkommenshöhe schwankte je nach Stadtteil stark. In Ortsteilen mit hohem Durchschnittseinkommen war die Quote der Bezieher von Grundsicherung nach SGB II niedrig und umgekehrt.

In Nordrhein-Westfalen lag das durchschnittliche Jahreseinkommen bei 32.709 € je Steuerpflichtigen. Interessant daran ist die Spannbreite von Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss mit durchschnittlich 57.144 € je Steuerpflichtigen bis zu Duisburg mit 25.276 € und Augustdorf (Kreis Lippe) mit 26.415 € je Steuerpflichtigen am Ende der Skala.

Ende des Jahres 2010 waren in der Altersgruppe der 15–65-Jährigen rund sieben Prozent arbeitslos. In Nordrhein-Westfalen waren es 8,7 Prozent. Der Anteil der Arbeitslosen unter 25 Jahren lag bezogen auf das ganze Stadtgebiet bei knapp vier Prozent. In Nordrhein-Westfalen waren es 6,8 Prozent.

Ende des Jahres 2010 war knapp ein Viertel aller unter 15-Jährigen in Bochum auf unterstützende Leistungen nach SGB II angewiesen (10.258 Kinder). Schaut man auf alle Haushalte mit drei Kindern und mehr gehören 37 Prozent dieser Haushalte zur Gruppe derer, die auf solche Unterstützung angewiesen sind, sowie auch 40 Prozent aller Haushalte Alleinerziehender.

Die Arbeitsplätze in der Stadt Bochum finden sich in etwa mit 0,3 Prozent der Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft, etwa 27,4 Prozent im produzierenden Gewerbe und 72,2 Prozent im Dienstleistungsbereich. Bochum ist verkehrstechnisch gut angebunden, es gibt zahlreiche Berufspendler.

Eine Wohnungssuche in Bochum ist nicht schwer, da der Wohnungsmarkt entspannt ist. Allerdings ist es für einkommensschwache Haushalte zeitweise schwierig, passenden Wohnraum zu finden. Die Verteilung von Sozialwohnungen im Stadtgebiet ist ungleichmäßig. Wenn auch die Kaltmieten relativ stabil sind, steigen in der letzten Zeit die Mietnebenkosten deutlich an, sodass oft von einer zweiten Miete gesprochen wird.

Jeder vierte Bochumer oder jede vierte Bochumerin lebt in Wohneigentum.

Betreuungsangebote für Kinder

In Bochum wurde das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren ausgebaut, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Im Kindergartenjahr 2010/2011 gab es dadurch 1.567 Plätze; die Versorgungsquote lag, bei großen Unterschieden zwischen einzelnen Ortsteilen, damit bei etwa 21 Prozent.

Für die Drei- bis Sechsjährigen lag die Zahl der Plätze im Kindergartenjahr 2010/2011 bei 8.553. Es wurde eine Versorgungsquote von etwa 102 Prozent erreicht.

Für die Kinder in der Primarstufe stand für etwa jedes zweite Kind ein Platz im Offenen Ganztag oder in der Betreuung „Verlässliche Grundschule“ zur Verfügung.

Konfessionen, Religionen, Kirchen und Religionsgemeinschaften

Die Bevölkerung Bochums ordnet sich unterschiedlichen Religionen und Konfessionen zu. Etwa ein Drittel der Bevölkerung gehört der Evangelischen Kirche von Westfalen an. Ein weiteres Drittel ist katholisch.

Weiter finden sich in Bochum zwei Gemeinden der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), von denen eine die Autobahnkirche an der A 40 unterhält. Darüber hinaus finden sich in Bochum Gemeinden der „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden“ und der Freien evangelischen Gemeinde.

Weiterhin hat die Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland ihren Sitz in Bochum. Die orthodoxe Gemeinde in Bochum ist russisch-orthodox geprägt.

Die jüdische Gemeinde Bochum - Herne - Hattingen ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Mit inzwischen über 1000 Mitgliedern ist sie die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Westfalen.

Aufgrund der Arbeitsmigration seit den Sechzigerjahren des letzten Jhs. leben in Bochum viele muslimische Familien. Im Januar 2009 gründete sich in Bochum die Arbeitsgemeinschaft Bochumer Moscheen. Zurzeit sind in Bochum etwa 15 islamische Gemeinden, Gemeinschaften, Vereine und Moscheen bekannt.

1989 wurde der „Alevitische Kulturverein Bochum und Umgebung e. V.“ gegründet.

Es gibt drei buddhistisch geprägte Einrichtungen und weitere religiöse Gruppen und Gemeinschaften in Bochum.

Sport und Vereine

Die Bochumer haben sich von Kleingartenvereinen über Kunst- und Schützenvereinen bis hin zum Single-Verein in zahlreichen Vereinen und Initiativen organisiert. In jedem Ortsteil gibt es mitgliederstarke Sportvereine im Bereich des Freizeitsports. Darüber hinaus sind die Maiabendgesellschaft und die zahlreichen Knappenvereine bedeutsam für das Bochumer Vereinsleben. Sie alle leben vom hohen ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder.

Viele Bochumerinnen und Bochumer identifizieren sich mit dem VfL Bochum.

Gesundheitswesen

Im Bochumer Dienstleistungsbereich ist das Gesundheitswesen von besonderer Bedeutung. Zum einen gibt es in Bochum elf Krankenhäuser, darunter mehrere Krankenhäuser der höchsten Versorgungsstufe wie die evangelischen Augusta-Kliniken, mit umfassenden hoch differenzierten medizinischen Versorgungsangeboten. Außerdem dienen einige Häuser im Rahmen des „Bochumer Modells“ als Universitätsklinikum Ruhr-Universität.

In den Kernbereichen Spitzenmedizin und Medizintechnik hat Bochum überregionale Bedeutung. Etwa 24.000 Menschen arbeiten in der Bochumer Gesundheitswirtschaft. Rund die Hälfte davon ist in mehr als 40 Kliniken, Heimen und Praxen beschäftigt. Mehr als 100 Unternehmen entwickeln und vertreiben in Bochum Medizintechnik. Zudem sind gut 300 Unternehmen und Institute in der Gesundheitswirtschaft tätig.

So findet sich auch in Bochum der Standort der ersten staatlichen Hochschule für Gesundheitsberufe in Deutschland. Sie ist Teil des Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen, der als Zentrum medizinischer und wissenschaftlicher Kompetenz angesehen wird.