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Karl-Heinz Saretzki belegte mit vielen Musikbeispielen, wie sich die Kirchenmusik durch Martin Luther verändert hat. Foto: Frauke Haardt-Radzik

„Es wird heute keinen Singeabend, es wird auch keinen wissenschaftlichen Vortrag geben“, stellt der Vortragende gleich zu Beginn der Veranstaltung in Harpens neuem Gemeindehaus klar. Stattdessen hat sich Kirchenmusikdirektor Karl-Heinz Saretzki einen, wie er schmunzelnd feststellt, DJ mitgebracht: Niemand geringeren als den Gemeindepfarrer Michael Dettmann, der passend zu den Erläuterungen jeweils Musik am PC einspielte.

Wie sehr Martin Luther und die Reformation die Kirchenmusik geradezu revolutionierten, wurde den Zuhörern schnell deutlich. Bis dahin war es vorwiegend recht düstere Musik, die meist in lateinischer Sprache gesungen wurde.

Doch dann begann die Vorstellung eines jahrhundertealten Gottes langsam zu bröckeln. Luther ließ deutlich Gefühle zu, ließ in seinen Liedern jubeln, weinen, staunen, klagen. Und: Er textete erstmals in deutscher Sprache. Plötzlich konnte jedermann verstehen, was dort gesungen wurde! Auch die Bibel konnte nun von jedem, der des Lesens mächtig war, auch verstanden werden.

„1521 übersetzt Luther die Bibel, 1526 dürfen die Kirchenbesucher deutsche Lieder im Gottesdienst singen“, verdeutlicht Saretzki die Umschwünge, das unerhört „Neue“ der damaligen bewegten Zeit. Und Pfarrer Dettmann lässt immer wieder passende CD-Einspielungen dazu erklingen.

„Sein ganzes Leben lang ist Luther der Musik zugetan. Er hat 40 Kirchenlieder getextet und komponiert, zu jeder Kirchenjahreszeit mindestens eins.“ Und wie sehr der Kirchenreformator die Musik liebte, verdeutlicht Saretzki in der überlieferten Äußerung Luthers: „Wenn es dort keine Musik gibt, möchte ich eigentlich gar nicht in den Himmel!“

28.06.2017
Von: Frauke Haardt-Radzik

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