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Mit vier Referenten einschließlich des Tagungsleiters war der Raum in der Evangelischen Stadtakademie besetzt – aber es hatten sich kaum zehn Interessierte eingefunden. Dabei war das Thema hochaktuell und auch die Präsentation spannend, die Dr. Stefan Thomas vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie, Michael Frein als Referent des evangelischen Entwicklungsdienstes, dessen Organisation die Studie in Auftrag gegeben hatte und Stefan Pfeiffer, Leiter der Wirtschaftsabteilung des DGB NRW lieferten.

Die Ergebnisse der Studie sind in einem 600 Seiten langen Werk zusammengestellt. Leichter und prägnanter ist die Materie in der 35-seitigen Broschüre mit dem gleichen Thema zu erfassen. Trotz der deprimierenden Szenarien zu Umweltverschmutzung und drohender Klimakatastrophe ergaben sich doch positive Ausblicke: Es ist zu schaffen, viele der negativen Auswüchse sind zu stoppen. Es ist durchaus möglich, bis 2050 völlig auf erneuerbare Energien umzusteigen und auf fossil-nukleare Energie zu verzichten. Dazu bedarf es gewaltiger Anstrengungen Vieler. Aber wie motiviert man Bevölkerungsschichten zum Verzicht, die sowieso an der unteren Einkommensskala stehen?

Während die Studie formulierte: „Weg von der Wachstumsfalle“, wies Pfeifer darauf hin, dass ein Null-Wachstum bei den ständig steigenden Sozialabgaben seinen Mitgliedern kaum verständlich zu machen sei. Denn vom Wachstum, so Pfeiffer, hingen Arbeitsplätze wie auch die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme ab. Statt aber auf ein ressourcenabhängiges Wachstums zu setzen, schlug Pfeiffer vor, ein qualitatives Wachstum zu bevorzugen, wie etwa die Ausweitung sozialer und Bildungsdienstleistungen: „Auch eine öffentliche Bücherei ist eine Dienstleistung. Sie ist doch etwas  Wunderbares. Denn sie ermöglicht mir, Bücher lesen zu können, ohne sie kaufen zu müssen.“ Ein Umdenken in Richtung eines umwelt- und klimaverträglichen Wirtschaftens sei dennoch unumgänglich ist, bekräftigte Peiffer.

Die Neuverteilung von Arbeit und Einkommen, das wurde in der anschließenden Diskussion deutlich, spielt für die Frage, was ein gesundes Wachstum sei, eine zentrale Rolle. Denn die Beteiligung aller an Erwerbsarbeit ist eine Voraussetzung für die Schaffung eines breiten  Wohlstandes. Das bedeutet natürlich auch, dass jede Erwerbsarbeit so entlohnt wird, dass sowohl die Existenz als auch eine angemessene  Beteiligung am Sozialprodukt gesichert wird.

Auch die Klimafrage könne, davon waren die an der Diskussion Beteiligten überzeugt, nur gelöst werden, wenn gleichzeitig die sozialen Fragen gelöst werden. Dann aber gebe es eine reale Chance. Entscheidend sei, Mehrheiten dafür in der Gesellschaft aufzubauen. Dabei spiele auch die Kirche mit ihrer Bildungsarbeit eine wichtige Rolle.

14.01.2009
Von: Katharina Jaedicke, Jürgen Klute. Foto: Gert Hofmann

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Montag, 28. Mai 2018:
Losungstext:
So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.
2.Könige 20,5
Lehrtext:
Lazarus war krank. Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank.
Johannes 11,2-3