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Freuen sich über den Förderbescheid: Clemens Kreuzer (l., Initiative Ümminger Kirchhof), Jochen Borchert (Mitte, NRW-Stiftung) und Eberhard Brand (Kortum Gesellschaft).

Die Stiftung NRW fördert das Instandsetzen der Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert. Im Hintergrund sind die Reste der ehemaligen Grundmauern der Kirche zu sehen. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

"Wir sind Herrn Kreuzer und der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Ümminger Kirchhofs sehr dankbar. Sie haben unseren historischen Friedhof aus seinem Dornröschen-Schlaf geweckt, indem sie sich nun um dessen Erhalt und Instandsetzung kümmern", erklärte jetzt Ulrike Frielinghaus von der evangelischen Kirchengemeinde Querenburg.

Als Kirchmeisterin ist Ulrike Frielinghaus für die gemeindlichen Friedhöfe zuständig, zu denen auch der Friedhof Ümmingen an der Alten Ümminger Straße mit seinem modernen und historischen Teil gehört.

Anlass für die Freude der Gemeinde war die Übergabe eines Förderbescheids der NRW-Stiftung an die Kortum-Gesellschaft Bochum über 21.000 Euro. Ehrenpräsident Jochen Borchert überreichte den Bescheid Eberhard Brand vom Verein für Stadtgeschichte und Denkmalschutz sowie Initiator Clemens Kreuzer.

Mit diesen Mitteln werden die 76 noch vorhandenen historischen Grabsteine auf dem Kirchhof von 1623 restauriert. Hinzukommen die Grundmauern der 1895 abgebrochenen gotischen Kirche, für die schon weitere Förderzusagen durch örtliche Vereine, Banken und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe vorliegen.

"Wir unterstützen mit diesem Bescheid tatkräftig ihren bürgerschaftlichen Einsatz, diese reizvolle und historisch bedeutsame Anlage wieder attraktiv zu machen", begründete Borchert die Förderung. "Diese ist nicht nur einer von vier noch erhaltenen frühneuzeitlichen Kirchhöfen in der Region, sondern auch ein besonderes Zeugnis der Reformation", sagte der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister weiter.

"Der Kirchhof ist beispielhaft dafür, wie Geld zu einem guten Zweck eingesetzt werden kann, um an unser historisches Erbe vor der Industriezeit zu erinnern", freute sich Brand: "Ich bin beeindruckt, was hier angestoßen und eingestielt wurde." Der Kortum-Gesellschaft kommt in dem Projekt vor allem die Aufgabe zu, als offizieller Partner der Initiative die gesamten Spenden und Förderungen zur Restaurierung des 1623 eröffneten evangelischen Friedhofs treuhänderisch zu verwalten.

Kreuzer, der im vergangenen März die Initiative gegründet hat, nahm den Förderbescheid zum Anlass, auf die Geschichte des Projekts einzugehen. "Ich war anfangs der Meinung, dass wir durch ehrenamtlichen Einsatz und ein paar Spenden den Kirchhof wieder instand setzen können. Als im Juni 2017 die ersten professionellen Angebote über etwa 20.000 Euro allein für das Instandsetzen der Grundmauern der Kirche eingingen, hätte ich fast das Projekt aufgegeben", erinnert sich Kreuzer.

Dank einer Kollekte der evangelischen Kirchengemeinde Querenburg und einigen Privatspendern gab es zum Zeitpunkt etwa 1.500 Euro. Nun sieht die Sache ganz anders aus. Kreuzer: "Von den inzwischen benötigten etwa 60.000 Euro fehlen uns nur noch etwa 2.000 Euro für das fachgerechte Instandsetzen des historischen Kirchhofs."

Froh über diese Entwicklung ist auch Ulrike Frielinghaus: "Wir hätten das Unterfangen weder finanziell noch personell stemmen können. Dank Herrn Kreuzer wissen wir nun auch, was für ein historisches Erbe wir haben, das lange in Vergessenheit geraten war."

Gleichwohl war es 51 Jahre nach dem Antritt dieses Erbes schwierig, Verständnis in der Gemeinde dafür zu finden. "Das ist auch eine verrückte Situation", meint Pfarrer Christian Zimmer: "Der Friedhof gehört zu uns, liegt aber in der Gemeinde Langendreer. Deren Pfarrer beerdigen dort viel öfter als wir. Für unsere Gemeindemitglieder ist unser Friedhof an der Schattbachstraße viel naheliegender." Heute fördern Gemeindemitglieder das Projekt mit Einzelspenden mit.

Die Arbeiten auf dem Ümminger Friedhof sollen bis Ende Sommer 2018 abgeschlossen werden. Querenburger Gemeindemitglied und Architektin Els Kremer-Schäfer übernimmt die Bauleitung. Der ehemalige Langendreerer Kirchmeister Hans Wilhelm Ruland kümmert sich um die Finanzen. Auf dem historischen Friedhof gibt es zukünftig auch Informationstafeln und Bänke sowie einen besseren Zuweg.

Zur Geschichte des Ümminger Kirchhofs

1967 entstand die evangelische Kirchengemeinde Querenburg als "Universitätsrahmengemeinde" aus dem erstmal 1164 urkundlich erwähnten Kirchspiel Ümmingen und Teilen der evangelischen Kirchengemeinde Wiemelhausen. Die Universität und die zahlreichen Neubürger wurden zum Gemeindemittelpunkt. Aus Ümmingen entstanden zudem die Gemeinden Laer (heute Altenbochum-Laer) sowie Langendreer-Süd (heute Langendreer). Der Ortsteil Ümmingen kam nach Langendreer.

Bis zur Fusion der Gemeinde Laer mit Altenbochum am 1. Januar 2007 betreuten Laer und Querenburg die Friedhöfe Ümmingen und Schattbachstraße gemeinsam. Danach ging die Friedhofsverwaltung an die Gemeinde Querenburg über.

Spendenkonto: Kortum-Gesellschaft e.V., Sparkasse Bochum IBAN: DE25 4305 0001 0001 3597 77, Stichwort "Kirchhof Ümmingen".

06.02.2018
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Donnerstag, 22. Februar 2018:
Losungstext:
Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?
4.Mose 23,19
Lehrtext:
Jesus sprach zu Petrus: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Matthäus 14,31