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Heinz-Günter Spichartz nimmt Abschied vom Francke-Haus in Grumme.

Federstrichzeichnung des historischen Gebäudes. Foto/Repro: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Mit der Aufgabe des August-Hermann-Francke-Hauses und der Nutzung des Grundstücks durch eine Erbpacht wolle die Gemeinde ihre Arbeit an der Johanneskirche weiterhin finanziell stabilisieren, erklärt Pfarrer Volker Rottmann von der evangelischen Kirchengemeinde Bochum zum Abriss des 1915 eingeweihten und 1952 wieder eröffneten Gemeindehauses an der Liboriusstraße. Dieses weicht jetzt einer neuen Wohnbebauung.

Auf dem Gelände sollen Mietwohnungen in unterschiedlicher Größe entstehen, wie Pfarrer Rottmann erläutert. Das Presbyterium trennte sich bereits 2016 von dem Standort. Es dauerte dann längere Zeit, bis die Stadt Bochum die Abrissgenehmigung erteilte.

„Der Abriss zum jetzigen Zeitpunkt passt“, findet Gemeindemitglied Heinz-Günter Spichartz: „Vor ziemlich genau 65 Jahren, am 14. Dezember 1952, fand die offizielle Wiedereinweihung des Hauses statt." Heute ist Spichartz regelmäßig vor Ort und dokumentiert mit dem Fotoapparat das Ereignis.

Spichartz gilt im Stadtteil als Francke-Haus-Experte. Und das nicht nur, weil er seit vielen Jahren das Gemeindearchiv der ehemaligen evangelischen Kirchengemeinde Grumme betreut und 2016 eine Chronik zur Geschichte des Gemeindehauses erstellt hat. Auch seine Familiengeschichte ist mit dem Haus verwoben.

"Von 1962 bis 1967 war ich als Jugendlicher 4 bis 5 Mal in der Woche im Francke-Haus", erzählt er: "Sonntags waren die Jugendräume zum Tischtennisspielen geöffnet."

Wenige Jahre später gab es weitere persönliche Berührungspunkte. "Während der Kindergartenzeit unserer Kinder haben meine Brüder Peter und Ulrich und ich Klettergerüste und Rutschen auf dem Außengelände gebaut", erinnert sich Spichartz. Bruder Peter war zudem zeitweise Vorsitzender des Kindergartenrates, als Irene Hausmann die Einrichtung leitete. Der ehemalige Ingenieur: "Mein Sohn Henning war bei der Eröffnung des Kindergarten-Ersatzbaus (Pavillon) am 20. März 1980 dabei. Und meine Frau wirkte lange beim Kreativkreis im Francke-Haus mit."

Kleine Geschichte des August-Herrmann-Francke-Hauses

Die Geschichte des August-Hermann-Francke-Hauses begann bereits 1908. "Der Evangelische Bürgerverein Grumme beantragte die Errichtung einer Kleinkindschule mit angeschlossenem Betsaal. Am 16. Juni 1908 kauft er das Grundstück an der Liboriusstraße", fand Gemeindearchivar Heinz-Günter Spichartz heraus. Im Sommer 1914 begann der Bau des nunmehr "Evangelischen Jugendheimes" durch den Bochumer Architekten Kurt Schmiedeknecht. Die offizielle Einweihung erfolgte am 3. Oktober 1915. Gesamtkosten: 51.094 Goldmark.

Kurz darauf zogen die Mitarbeiterinnen ein: Schwester Auguste Wesser für das Jugendheim, Kinderschulschwester Dorchen sowie Schwester Klara als Handarbeitsschwester. Im Hause trafen sich regelmäßig die Frauenhilfe, der Jungfrauenverein, der Mütter- und der Männerkreis sowie der Evangelische Bürgerverein. "Unzählige Kleinkinder besuchten die Kleinkindschule", fand Spichartz heraus.

Zwei Luftangriffe auf Grumme im Frühsommer 1943 setzten der Arbeit im 2. Weltkrieg jäh ein Ende. Umliegende Gemeinde- und Diakoniehäuser nahmen die Mitarbeiter und Gruppen auf.

Der Wiederaufbau erfolgte 1952, nachdem auch noch Bergschäden am Haus beseitigt worden waren. Mit dabei: Landeskirchenrat Dedecke, Superintendent Robert Bach, Oberbürgermeister Fritz Heinemann sowie der katholische Ortspfarrer.

Vor 65 Jahren, am 15. Januar 1953, eröffnete der neue Kindergarten. Er schloss bereits 2005, nachdem er zwischenzeitlich ab 1980 in einem Anbau (Pavillon) hinter dem Hause untergebracht war. Zahlreiche Gemeindegruppen trafen sich zudem vor Ort. Im Juli 2016 verließ mit dem Kinderatelier "Fabula" die letzte Gruppe das Haus.

15.01.2018
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Montag, 28. Mai 2018:
Losungstext:
So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.
2.Könige 20,5
Lehrtext:
Lazarus war krank. Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank.
Johannes 11,2-3