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„I have a dream“ – die musikalische Lesung zum 80. Geburtstag Martin Luther Kings in der Evangelischen Stadtakademie war ein gelungener Auftakt für das neue Halbjahresprogramm der Evangelischen Stadtakademie unter der Leitung von Pfarrer Arno Lohmann.

Die Amtseinführung und das besondere Charisma des amerikanischen Präsidenten Barack Obama war für den Bochumer Theologen und Professor em. Dr. Hans-Eckehard Bahr ein aktueller Anlass der Erinnerung: Auch der Protest der amerikanischen Schwarzen in den 60er Jahren habe unter der Führung Martin Luther Kings durchaus Formen eines „swinging events“ gehabt.

Bahr schilderte eigene Erlebnisse mit King. So unter anderem die beeindruckende Reaktion des schwarzen Bürgerrechtlers, der auf einer Demonstration nach dem Steinwurf eines weißen Jugendlichen nach einer kurzen Benommenheit den Kontakt und das Gespräch mit dem gewalttätigen Angreifer suchte. Dieses und ähnliche Beispiele hätten politisch prägend auch auf die Friedensbewegung der 80er Jahre in Europa gewirkt.

Die von dem Bochumer Theologen und Kabarettisten Okko Herlyn und der Sängerin und Rezitatorin Irina Scholten einfühlsam interpretierten Songs dieser Epoche ließen die Zeit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, des Protestes gegen den Vietnam-Krieg und des Kampfes für eine gerechte Gesellschaft wieder aufleben. Exemplarisch für die hoffnungsvolle und siegesgewisse Grundstimmung der Bürgerrechtsbewegung erklang einer der berühmtesten Songs dieser Zeit: „We shall overcome“. In der anschließenden Diskussion wurde besonders die Frage nach der Aktualität Kings und der Bedeutung seines Kampfes für die heutige Zeit unter den Bedingungen der Globalisierung gestellt. -

Ein guter Start des neuen Stadtakademie-Halbjahresprogramms mit dem Anspruch und der Hoffnung, „die Evangelische Stadtakademie Bochum auch in Zukunft als evangelisches Forum in der Stadt zu erhalten“, so Lohmann.

Das neue Programm lässt ein eigenes Profil der theologischen „Handschrift“ Lohmanns erkennen: So die Beschäftigung mit der Barmer Theologischen Erklärung von 1934, in der die damalige bekennende Kirche „ihre theologische Grundlegung gegen den Nationalsozialismus formulierte“. In drei anspruchsvollen Seminaren werden im März und April die Bochumer Professoren Dr. Günter Brakelmann und Dr. Traugott Jähnichen die Entstehung der Barmer Theologischen Erklärung nachzeichnen, ihre politischen Implikationen beschreiben und die Notwendigkeit einer Erinnerung an „Barmen“ betonen.

In mehreren Veranstaltungen erinnert die Stadtakademie anlässlich seines 500. Geburtstags an den neben Martin Luther bedeutendsten Reformator Europas, Johannes Calvin.

Neben dem thematischen Bereich Theologie und Kirche gibt es nach wie vor ein breites Spektrum von Veranstaltungen zu Politik und Gesellschaft, Spiritualität und Lebensführung sowie Kunst und Kultur. Besonders der interreligiöse und interkulturelle Dialog wird unter anderem in der Woche der Brüderlichkeit Anfang März fortgeführt und thematisch erweitert.

Fortgeführt wird auch die Kooperation mit den bewährten Partnern der Stadtakademie: der jüdischen und muslimischen Gemeinde, dem katholischen Forum sowie dem Evangelischen Forum Westfalen, der Bochumer Hospizarbeit, der deutsch – italienischen Gesellschaft CICUIT und der LWL-Universitätsklinik Bochum mit ihrer Veranstaltungsreihe „Krisen erLeben“.

„Insgesamt ist das ein Programm mit bewährten Kooperationspartnern und einem besonderen Akzent auf theologischen Themen“, so Lohmann zu seinem Programm. Dem kann man hinsichtlich Konzeption und Vielfalt der Themen nur zustimmen. Eines wäre allerdings am Beispiel des originell und liebevoll gestalteten Akademiesonntages „I have a dream“ der Stadtakademie für weitere Veranstaltungen zu wünschen: Ein noch zahlreicher erscheinendes und vielleicht auch jüngeres Publikum.

26.02.2009
Von: Johannes Waschk. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7