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Hermann Rodtmann berichtet aus Sambia. Im Hintergrund das Bild "Alter Mann mit der Brille". Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

"Guck genau hin!", ermahnte der Großvater den zehnjährigen Hermann Rodtmann bei seinen ersten Zeichen- und Malübungen im Jahr 1944. Noch heute schaut der inzwischen 83-Jährige genau hin, wie seine jüngst eröffnete Ausstellung mit 49 Bildern aus Sambia zeigt.

Farbenfroh stellt Rodtmann Menschen, Alltagsszenen und Landschaftsbilder aus dem südafrikanischen Land vor. Im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Stiepel ist die Ausstellung bis 3. Dezember zu sehen.

Rodtmann forderte auch bei der Vernissage die 100 Gäste zum Hingucken auf: "Sehen sie nicht nur Sonnenuntergänge und folkloristisches Panorama an! Schauen Sie auf die Menschen!" Ihm war es deshalb beim Aufhängen der Bilder wichtig, dass die Portraitbilder genau gegenüber dem Eingang zu sehen sind, sagte der ehemalige Pfarrer aus der Gemeinde Bottrop-Altstadt weiter, der seit 2001 in Stiepel zu Hause ist.

Die Motive für die Bilder erarbeitete er sich vor allem während seiner Zeit als Mitarbeiter der Gossner-Mission in Lusaka, Sambia. "Viele der Arbeiten habe ich später hier auf die Leinwand gebracht. Oft habe ich nur Szenen mit dem Fotoapparat festgehalten", berichtete Rodtmann in seiner Werkeinführung. Etwa das Portrait vom "Alten Mann mit der Brille" (gemalt 2007).

Das aktuell entstandene Öl-Bild "Fluss in Tansania", auf dem ein Fluss in Schleifen durch die Landschaft zieht, nutzte der Pfarrer i. R. auch für einen Kulturvergleich. "Dort darf ein Fluss langsam dahingleiten. Hier gibt es kaum solche Flüsse. Hier muss alles gerade und zielstrebig sein." Rodtmann erinnerte dabei beispielhaft an die Emscher, die in einem Steinbett eingefasst, seine ehemalige Gemeinde durchschnitt.

Die menschliche Kehrseite der Symbolik hatte er mit im Blick: "Hier gilt eine zeitliche Vereinbahrung. In Sambia kann viel dazwischen kommen, da ihnen das Miteinander der Menschen wichtiger ist."

Die Vernissage geriet durch diese Geschichten sehr kurzweilig. Prof. Dr. Maria Anna Kreienbaum, die den Maler zu seinen Arbeiten interviewte, trug dazu mit pointierten Fragen wesentlich bei.

Bleibt die Frage: Wie kam Hermann Rodtmann nach Sambia, das er Kennen und Lieben lernte? Die Antwort gab Harald Lehmann, Vorsitzender der Gossner Mission, in seinem Grußwort: Rodtmanns Ehefrau Hauke-Maria war von 1997 bis 2001 ehrenamtliche Leiterin des Büros für unsere Entwicklungsarbeit in Sambia. Und Ehemann Hermann zog mit in das damals unbekannte Land.

Durch das Ehepaar Rodtmann entstand eine aktive Sambia-Gruppe in der Stiepeler Gemeinde. Der Verkauf der Bilder fördert die Arbeit. Das aktuelle Projekt der Gruppe ist der Aufbau eines Jugendzentrums im Gwembetal mit örtlichen Partnern. Ansprechpartnerin der Gruppe ist Ina Gathmann (0234/795183 oder ina_gathmann(at)yahoo.de). Das nächste Gruppentreffen findet am Dienstag, 28. November, statt.

Die Bilder sind vor allem während der Öffnungszeiten des Gemeindebüros (Mo., Mi., Fr. 9 - 11 Uhr, Do. 14.30 - 17 Uhr) sowie auf Anfrage zu sehen. Mail: rodtmann(at)gmx.net.

19.11.2017
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 22. April 2018:
Losungstext:
Auf dich, HERR, mein Gott, traue ich! Hilf mir von allen meinen Verfolgern und errette mich.
Psalm 7,2
Lehrtext:
Jesus betet: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
Johannes 17,15