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„Der Reformationstag war von Martin Luther eigentlich nicht als der Geburtstag der evangelischen Kirche gedacht“, erinnerte Pfarrer Manfred Kock (s. Foto) gleich zu Beginn seiner Predigt im Kantatengottesdienst zum Reformationsfest in der Stiepeler Dorfkirche. Vielmehr habe Luther die Erneuerung des apostolischen Glaubens im Sinn gehabt, so der ehemalige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland von 1997 bis 2003, der zeitgleich auch Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) war, vor den rund 250 Zuhörern.

Mit Blick auf die katholische Kirche, die sich bis heute als die eigentliche Kirche sehe, betonte Kock: „Reformation heißt nicht Spaltung, sondern war eine ökumenische Aktion, die diese eine, vielfach zerrissene Kirche in Verkündigung und Sakrament wieder einen sollte.“ Diese Zielsetzung fand der 72-jährige in seinem Predigttext aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper, Kapitel 2, Verse 12 und 13 wieder. Paulus fordere das Hoffen auf Gottes Wort, jedoch keine kritiklose Obrigkeitstreue, so Kock. Übertragen auf die jüngere Vergangenheit hieße das: Weder ein patriotisches „Hurra“, „Heil“ oder „Freundschaft“ seien im Sinne des Paulus, sondern „hier ist die eindeutige Hinkehr zu Gott gefordert, der von Schuld und Unfreiheit befreit.“

Die Zielsetzung gelte auch für ein heutiges Leben im Glauben, hob Kock hervor. Mit dem Christsein sei deshalb weder Geld- noch Machtgier noch der Waffenexport aus Deutschland zu vereinbaren. Vielmehr sei es wichtig, Solidarität zu zeigen und den Glauben in sozialer Verantwortung zu leben.

Kocks Predigt im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Warum evangelisch? Christen in öffentlicher Verantwortung“, die von Prof. Dr. Günter Brakelmann organisiert und moderiert wurde, bildete den Abschluss der Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Geburtstag der Dorfkirche. Weitere namhafte Referenten der Vortragsreihe waren Dr. Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister von Bremen, Prof. Dr. Konrad Raiser, ehemaliger Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Klaus Lefringhausen, ehemaliger Integrationsbeauftragter NRW, Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und Dr. Reinhard Höppner, Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2007.

21.11.2008
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14