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Vor 25 Jahren gründete die Grummer Johanneskirchengemeinde das Perú-Projekt. Durch den Aufbau direkter und persönlicher Kontakte zu den Projektpartnern sollten die Selbsthilfe-Initiativen vor Ort unterstützt werden.

 

Für den persönlichen Kontakt haben bisher vor allem die regelmäßigen Reisen der Projekt-Koordinatorin Christel Reuter und anderer Einzelpersonen gesorgt. Zum ersten Mal reiste nun eine Gruppe von 18 Personen nach Perú, um vor Ort zu sehen, was durch die langjährige Projektarbeit bereits erreicht werden konnte.

 

Für einen Kindergarten im Armenviertel der Andenstadt Chachapoyas zum Beispiel wurden Außenspielgeräte angeschafft und eine Psychomotorik-Halle gebaut. Ein Gesundheitszentrum dort erhielt eine zahnmedizinische Behandlungseinheit. Und für die schwer behinderten Schülerinnen und Schüler einer Förderschule konnte ein Schultransport per Taxi finanziert werden, damit diese überhaupt die Chance hatten, ihre Schule zu besuchen.

 

Kleine, aber wirkungsvolle Hilfen, die sich sehr positiv auf die Qualität der Arbeit ausgewirkt haben. Bei der Planung und Durchführung ihrer Hilfsaktivitäten konnte die Bochumer Koordinierungsgruppe immer davon ausgehen, dass die jeweiligen Projektpartner in Perú ihre Bedürfnisse selber am besten kennen und also auch gezielt formulieren können, welche Art von Unterstützung sie aus Deutschland brauchen.

 

Sicherlich wären die deutschen Partner sonst niemals auf die Idee gekommen, den Bau von Kleintierställen für die Förderschule zu finanzieren. Für die behinderten Kinder und Jugendlichen dieser Einrichtung ist es nämlich sehr wichtig, Fähigkeiten zu erwerben, mit denen sie zum Familieneinkommen beitragen können - wozu auch die Kleintierzucht gehört – weil es in Perú keinerlei staatliche Unterstützung für Menschen mit Behinderungen gibt.

 

Das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe stößt jedoch da an seine Grenzen, wo eine Behinderung es den Menschen unmöglich macht, sich selber zu helfen. Deshalb fördern die Projektpartner nicht nur Gemeinschaftseinrichtungen, sondern helfen auch einer jungen Frau mit schwerer Behinderung und einer Familie mit zwei behinderten Familienangehörigen.

 

Die Bochumer Delegation war von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft beeindruckt, mit der sie von den peruanischen Projektpartnern empfangen wurden. Die Kindergartenkinder und Förderschüler hatten jeweils ein Programm mit Volkstänzen, Liedern und Gedichten eingeübt, die Mütter bewirteten die Gäste mit regionalen Spezialitäten und es wurde gemeinsam gefeiert und getanzt.

 

Bewegende Momente erlebten einige Mitglieder der Gruppe, die die Familie Cotrina besuchten: Zulema Cotrina verdient als Haushälterin umgerechnet 50 Euro im Monat, wovon sie selbst, ihre alte Mutter und zwei geistig behinderte Geschwister leben. Durch das Perú-Projekt konnte der Familie ein einfaches Haus gebaut werden, über das sie sehr glücklich ist. Zulema strahlt Bescheidenheit und Güte aus. Zum Abschied schenkte sie den Gästen eine Tüte Brötchen - die Gastfreundschaft war auch hier größer als die Not.

 

Auf ihrer dreiwöchigen Rundreise konnte die Grummer Gruppe auch Eindrücke von der landschaftlichen Schönheit und der kulturellen Vielfalt des Landes sammeln. Die Reise verlief durch drei Klimazonen von der Küstenwüste über das Andenhochland und den tropischen Regenwald. Den Abschluss bildete ein Aufenthalt am Titicaca-See in 4000 m Höhe, wo die Reisenden die harten Lebensbedingungen der Bauern der Hochebene kennen lernen konnten.

22.08.2008
Von: Christel Reuter. Foto: Volker Rottmann

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7