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"Krise ist ein produktiver Zustand; man muss ihr nur den Geschmack der Katastrophe nehmen". Dieser Ausspruch von Max Frisch hängt an der Tür des Sprechzimmers von Pfarrer Werner Posner. Er muss es als erfahrener Seelsorger und Berater für Menschen in Lebenskrisen und bei Suizidgefährdung wissen. Hat er doch schon viele beraten, die durch Suizid aus dem Leben scheiden wollten, weil sie in ihren gegenwärtigen Lebensumständen keinen Sinn, keine Zukunftshoffnung mehr finden konnten.

 

Der 56-jährige arbeitet bei der ökumenischen Krisenstelle „Prisma – Beratung bei Suizidgefährdung“ schon seit April 2007 in Teilzeit. Davor war er über zehn Jahre als Krankenhausseelsorger an der LWL-Universitätsklinik in der Alexandrinenstraße tätig.

 

Sein Anliegen ist es, Ratsuchenden aus der Sinnkrise heraus zu helfen, damit sie in einer schwierigen Lebenssituation eine andere Lösung finden können, als ihr Leben selbst zu beenden. „Für viele kann da auch der persönliche Glaube eine Kraftquelle sein, die hilft, Dinge neu zu sehen, Unvermeidliches zu akzeptieren oder neue Wege zu gehen, wenn das zerbricht, was bisher getragen hat“, berichtet Posner.

 

Der evangelische Pfarrer sieht vor allem vier Gründe für eine suizidale Krise: Spannungen in zwischenmenschlichen Beziehungen bis hin zur Trennung, Geldprobleme, Schwierigkeiten an der Arbeitsstelle sowie gesundheitliche Probleme. Angesichts solcher schwierigen persönlichen Situationen sieht sich Posner als Wegbegleiter auf der Suche  nach Auswegen. Wichtig ist dabei die Einsicht bei den Klienten: „So geht es nicht mehr weiter. Ich benötige Hilfe.“ Der erste Kontakt wird in der Regel über das Telefon geknüpft. Daran schließen sich bei Bedarf persönliche Gespräche an.

 

Gut 50 Menschen nutzen pro Jahr dieses Beratungsangebot der 1996 von der Telefonseelsorge gegründeten Einrichtung. Die Hälfte der Anrufenden sind Angehörige und Freunde, die sich Sorgen machen. Hinzukommen diejenigen, die durch Selbstmord Freunde und Verwandte verloren haben und seitdem mit Schuldgefühlen leben. „Da steht die Trauerarbeit im Vordergrund“, weiß Posner. Häufig sind dies langwierige Prozesse.

 

Gefährdete Menschen nutzen die Beratungen eher als Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei zeigt sich, dass sich entweder die Lebenssituation stabilisiert oder dass klar wird: Es bedarf einer tiefer gehenden Unterstützung, beispielsweise in einer Therapie. Der Seelsorger steht nicht allein. Vertreten wird er in Abwesenheitszeiten durch Pfarrerin Birgit Harnisch. Kontakt: (0234) 58 51 3.

28.07.2008
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14