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„Die Landeskirche fragt uns bereits heute und erst recht in Zukunft bei allen größeren Ausgaben nach unserer Konzeption. Deshalb interessiere ich mich für diesen Studientag“, stellte sich Günter Guse, Finanzkirchmeister der Kirchengemeinde Eppendorf-Goldhamme beim Presbyterstudientag zum Thema „Gemeindekonzeptionsentwicklung“ in der Evangelischen Stadtakademie vor.

 

Großes Interesse am Thema auch bei den anderen 30 Presbyterinnen und Presbyter aus 15 Bochumer Gemeinden, bei deren Vorstellung deutlich wurde, dass die Bochumer Gemeinden unterschiedlich weit sind bei der Entwicklung einer Konzeption. Einige Gemeinden haben bereits fusioniert, mit zum Teil weitgehenden Entscheidungen, die auch die Aufgabe von Kirchen oder Gemeindehäusern einschließen.

 

Superintendent Fred Sobiech stellte in der Andacht die Herausforderungen dar, vor der mit Sicherheit alle Bochumer Gemeinden stehen werden. Allein durch demographischen Wandel bedingt, werde die Kirche bis 2030 30 Prozent ihrer Gemeindeglieder und 50 Prozent ihrer Finanzkraft verlieren. In Orientierung an der Pfingstbotschaft bestehe aber kein Grund zur Resignation, ermutigte Sobiech die Gemeindeleitenden. Vielmehr führe sie zu mutigen Schritten der Neuausrichtung hin zu den Menschen und zu einer Vernetzung in der Kirche.    

 

Referent Pfarrer Achim Güttler, landekirchlicher Beauftragter für Gemeindeberatung in Dortmund und Mitentwickler der Gemeindekonzeptionsmethode in Westfalen, stellte die Ziele und die einzelnen methodischen Schritte vor, welche für eine etwa einjährige Konzeptionsentwicklung grundlegend sind. „Was wollen wir zukünftig tun? Und was warum nicht mehr?“, lauteten die zentralen Fragen mit Blick auf die Nachbargemeinden, den Kirchenkreis, die Stadt und die Region, um schließlich die Frage beantworten zu können, was zukünftig auf welcher Ebene von wem getan werden könne.

 

Der Gedanke der „Stärkung der Stärken“ spiele dabei eine wichtige Rolle, so Güttler: Theologisch begründete Schwerpunktsetzungen sollten helfen, gelingende kirchliche Arbeit weiter zu entwickeln und andere traditionell verankerte Arbeitsfelder aufzugeben, wenn sie nur einen gleich bleibenden oder kleiner werdenden Personenkreis ansprechen. Der Anspruch, an allen Orten alles in gleicher Weise anzubieten, sei auf Dauer nicht finanzierbar.

 

„Eine verantwortliche Kirche in der Stadt muss einerseits ausstrahlungsstarke Citykirchenarbeit im Stadtzentrum aufbauen und andererseits in den Stadtteilgemeinden ein Quartiersbewusstsein entwickeln, das die unterschiedlichen kirchlichen Angebote koordiniert und mit unterschiedlichen Profilen ausstattet“, zitierte Göttler eine Passage aus dem Perspektivpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland mit dem Titel „Gott in der Stadt“ (S.53). Insbesondere Netzwerkgemeinden seien geeignet, um die Mitarbeit der Kirchengemeinden an der Identität der Stadt sichtbar zu machen.  In neuen, stärker situationsbezogenen Formen der Arbeit und mit Hilfe neuer Angebote könnten die Möglichkeiten zum Erstkontakt mit der evangelischen Kirche stark verbessert werden.

 

Sehr konkret wurde der Studientag, als die Umsetzungsmöglichkeiten für Bochumer Gemeinden angesprochen wurden und Superintendent Sobiech die Pfarrstellensituation im Evangelischen Kirchenkreis skizzierte. Eine Gesamtkonzeption sei, darauf wiesen mehrere Presbyterinnen und Presbyter hin, sei für die Konzeptionen der einzelnen Gemeinden unerlässlich.

Auch wenn die Zeit nicht ausreichte, um alle Fragen zu klären, werteten die meisten Teilnehmenden die Veranstaltung als eine gelungene Einführung und Motivation, sich neu oder verstärkt der Aufgabe eine Gemeindekonzeption in ihrer Gemeinde zu stellen. Für das zweite Halbjahr wurde deshalb eine Folgeveranstaltung verabredet und der Aufbau eines Informationsnetzwerks, um allen Teilnehmenden und Interessierten den Zugang zu Texten und Materialien sowie zu guten Beispielen zur Verfügung stellen zu können. Mit der Koordination wurde Pfarrer Arno Lohmann von der Evangelischen Stadtakademie beauftragt.

20.06.2008
Von: Arno Lohmann. Foto: Fred Sobiech

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14