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Auf den ersten Blick sind es nicht zwingend Weihnachts- oder Adventsmotive, die der Langendreerer Künstler Delf Krohm (Foto) seit Herbstbeginn auf Transparentpapier gemalt hat. Es sind Bilder, die sich spirituell mit dem Advent auseinander setzen. Genau genommen SIND sie der Advent am Alten Bahnhof, denn Delf Krohm hat einen Adventskalender gemalt.

 

Die 24 Einzelbilder werden, zunächst noch zugedeckt, in den Geschäften der Werbegemeinschaft Alter Bahnhof (WAB) ihren Platz finden und im Dezember der Reihe nach enthüllt und hinterleuchtet. In ganz Langendreer, am Alten Bahnhof insbesondere, darf man gespannt sein auf diese ebenso interessante wie besondere „Ausstellung“. Denn es ist nicht nur ein Künstler, der sich der Adventstage zwischen Mansfelder und Ümminger Straße angenommen hat. Krohm ist Pfarrer im Ruhestand.

 

Die Titel auf dem Überblick des außergewöhnlichen „Adventskalenders“, die schon von Beginn an in den Schaufenstern für die Passanten lesbar sein werden, erzählen eine eigene Geschichte. Hier liest man vom rosa Elefanten und vom Kätzchen, das nur noch 22 Mal schlafen muss. Man erfährt vom Krokodil und vom Märchenvogel Pfau. Denn, so Krohm, „Adventszeit ist Märchenzeit“. Und man liest vom schweren Weg, den Maria und Josef gehen mussten, vom Engel der Verkündigung und von den Geschenken der Weisen.

 

Krohm, 1941 in Berlin geboren, arbeitete nach dem Theologiestudium 20 Jahre lang als Religionslehrer an den Berufsschulen in Pforzheim und Villingen, bevor er seine erste Pfarrstelle in Pforzheim antrat. In Steißlingen am Bodensee klang sein Leben als Pfarrer mit dem vorzeitigen Ruhestand aus. Er ging dahin, „wo ich in meinem Leben niemals hin wollte: Ins Ruhrgebiet.“ Wenn es Männer in ein ganz anderes Umfeld verschlägt, sind meist Frauen im Spiel. So war es auch bei ihm. Der „Heimatsuchende“ hatte sich schon frühzeitig in Bochum umgeschaut, wo er über drei Jahre eine Wochenendbeziehung mit seiner zweiten Frau führte, die als selbstständige Psychotherapeutin in Langendreer arbeitet.

Er fand viele „schöne und interessante Seiten im Pott“ - da war der Schock nicht mehr so groß“, lacht Delf Krohm, als er direkt im Anschluss an seinen Ruhestand nach Langendreer zog. An einer privaten Kunstschule in Kamp-Lintfort studierte er dann vier Jahre lang Malerei, machte sein Hobby, das ihn seit 1983 begleitete, endlich zum Beruf mit Abschluss-Diplom.

 „Ich fühlte und fühle mich hier im Ruhrgebiet sehr erinnert an die Berliner, die ja für ‚Herz und Schnauze’ bekannt sind“, sagt Krohm. Die Menschen seien direkt, geradezu, manchmal rauh, aber nie nachtragend. Und er fühle sich ausgesprochen wohl, denn die Kunstszene in dieser Region sei großartig, die Fülle und das Ausmaß fantastisch. „Hier gibt es viele Anregungen.“

Dabei ist der Mann auch in Langendreer ein „Wanderer zwischen den Welten“: Während er am Alten Bahnhof lebt und dort auch Mitglied der Werbegemeinschaft ist, arbeitet er schon seit 2003 in direkter Nachbarschaft von Beatrix Schulte-Gimmerthal, der „Frontfrau“ der Kaufleute im Dorf. Das Atelier befindet sich an der Alten Bahnhofstraße 40. Da, wo früher „Oskar“ Gölzenleuchter und Paul Mangen, später Mangen allein, ihren Mittelpunkt hatten.

Die Pfarrerkollegen in Langendreer hatten ihn schon früh angesprochen, waren erstaunt, dass er sich nicht in die Gemeindearbeit einbringe. „Ich möchte mit Bildern predigen“, hat er damals gesagt. Auf welche Weise er dies tut, davon kann sich nun jeder ein ganz persönliches Bild machen.

17.12.2008
Von: Eberhard Franken. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7