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"Es ist Zeit, Position zu beziehen!“ - Mit diesem Appell begrüßte Pfarrer Bernd Wolharn von der katholischen Kirchengemeinde Liebfrauen Altenbochum die etwa 100 Gottesdienstbesucher zum des ersten politischen ökumenischen Nachtgebet unter dem Motto „Gestern Nokia, heute Opel, morgen ...?“

„Letztes Jahr schloss Nokia die Tore. Nun bangen seit September die Arbeiter von Opel um ihre Arbeitsplätze. Da muss Kirche nun für die Menschen Stellung beziehen!“, forderte Wolfharn. Und sie tut es nicht nur seelsorgerlich, sondern auch öffentlich, in der aus den Kirchentagen der 80er Jahre bekannten Form des politischen Nachtgebets.

„Diese erste Andacht findet genau an dem Jahrestag statt, als der Aufsichtsrat von Nokia die Werksschließung in Bochum beschloss“, erklärte Mitorganisatorin Rose Richter vom Fachausschuss Industrie- und Sozialarbeit des Evangelischen Kirchenkreises und erläuterte zu Beginn des Gottesdienstes dessen besondere Elemente: „Nach der verstorbenen Theologin Dorothee Sölle handelt es sich dabei um politische Information, um ihre Konfrontation mit biblischen Texten, eine kurze Ansprache, Aufrufe zur Aktion und schließlich die Diskussion mit der Gemeinde“.

Ein Mitarbeiter eines kirchlichen Jugendarbeitslosenprojektes aus Gelsenkirchen übergab ein selbst gebautes „Kreuz der Arbeitslosigkeit“ (Foto) an die Organisatoren und die Besucher des Nachtgebets – ein symbolisches Zeichen für die Anteilnahme am Schicksal von 33.000 Arbeitslosen, die allein in Gelsenkirchen im Jahre 2004 gezählt wurden.

Zum Thema Nokia und Arbeitslosigkeit sowie zur Rolle der Kirchen bei solchen Umbrüchen moderierte Bertold Rose von der Betriebsseelsorge im Bistum Essen eine Gesprächsrunde. Seine Gesprächspartner waren der ehemalige Nokia-Betriebsrat Raimund Potzinski und Ulrike Kleinebrahm, erste Bevollmächtigte der IG Metall Bochum. Hier kam nicht nur die Betroffenheit der Nokia-Mitarbeiter von der Situation zum Ausdruck, von denen noch immer 1300 ohne Aussicht auf zukünftige Arbeit sind. Auch die Aufgabe für die Kirchen wurde deutlich. Kleinebrahm: „Wichtig ist eure Unterstützung für die Menschen!“

Pfarrer Wolharn und Pfarrer Ortwin Pfläging aus der Gemeinde Stiepel gestalteten die anschließende Andacht, in deren Mittelpunkt die kirchliche Anteilnahme an dem Geschehen, die Ermutigung zu Gebet und Hoffnung im Glauben und zur solidarischen Unterstützung der Schwachen stand.

26.02.2009
Von: Fritz-Wicho Hermann-Kümper. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Montag, 28. Mai 2018:
Losungstext:
So spricht der HERR: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen.
2.Könige 20,5
Lehrtext:
Lazarus war krank. Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank.
Johannes 11,2-3