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Riemker Konfirmanden im Soli-Zelt

 

 

N51er Serie, N62er Serie oder N73er Serie: die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde Hofstede-Riemke kennen sich aus mit den Nokia-Handys, denn in der Schule sind sie Statussymbole - besser: waren!

 

„Jetzt will die keiner mehr!“, sagen zwei der 35 Jugendlichen, die zusammen mit Pfarrer Christoph Peter Wagner, Pfarrerin Heike Kümper und einigen Helfern aus dem Konfirmanden-Projekt im Solidaritäts-Zelt der Nokia-Mitarbeiter sitzen. Sie empfinden die geplante Werksschließung als Sauerei für alle Beschäftigten. Auch weil Familien direkt davon betroffen sind.

 

„Ich schaffe mir jetzt ein Samsung an, weil mein Telefon nun kaputt ist“, ruft ein Mädchen und alle rundherum am Tisch stimmen ein: Das nächste Mobiltelefon wird gewiss keines von Nokia sein. Das ist Solidarität, wie sie Betriebsrätin Bettina Hedtfeld und ihre Kollegen, die sich den Fragen der Jugendlichen stellten, gerne hören. Bis vor wenigen Wochen waren noch alle Mitarbeiter begeistert von ihren Produkten und deren Qualität: „Wir haben dazu beigetragen, dass Nokia wirtschaftlich so gut dasteht“, so Hedtfeld.

 

Seit den Anfängen von Nokia vor 18 Jahren hat sie die Produktentwicklung begleitet. „Die ersten Handys waren irgendwie wie meine Kinder“, schmunzelt sie. Und ärgert sich gleichzeitig, weil sie die Kommunikationsstrategie des Unternehmens „Wir sind eine Familie“ gelebt und weitergetragen hat.

 

Was die Riemker Konfirmanden interessiert: Wie ist die Stimmung in den Familien? denken die Mitarbeiter, wenn sie an ihre Arbeit denken? Warum wird nicht gestreikt? Auf den Familienzusammenhang und das Alter der Mitarbeiter komme es an, wie sehr sie sich Sorgen machten, so die Antwort der Betriebsräte. Raimund Potzinski präzisiert: „Jüngere und Ältere vor der Rente nehmen das weniger schwer als Familien und Leute über 40 Jahren.“ Diese fragten sich schon: Bekommen wir jemals wieder Arbeit? Können wir für unsere Kinder den Lebensstandard halten?

 

Entsprechend sei die Stimmung auf der Arbeit „zwischen verzweifelt und hoffnungsvoll“, ergänzte Wolfgang Echterhoff. „Sie reicht von Enttäuschung, über Wut bis zur Feststellung, wir haben für gute Arbeit gutes Geld verdient“, resümierte Hedtfeld. Klar sei jedoch: „Niemand will mehr unter dem Namen Nokia arbeiten!“ Gestreikt werde trotzdem nicht. „Wir hätten der Geschäftsführung damit nur einen Gefallen getan“, hieß es dazu. Die vielen Solidaritätsaktionen für die Belegschaft hätten dem Unternehmen viel mehr weh getan, so Hedtfeld und bedankte sich abschließend bei den Jugendlichen: „Ihr macht uns Mut, weiter zu kämpfen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Vergesst uns nicht!“

25.02.2008
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7