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Frauen sitzen zu Tisch: Gisela Wehner und Pfarrer Ingo Menzler gesellen sich dazu. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Sie fallen sofort auf: die orangefarbenen Frauen von Künstlerin Marianne Pitzen, die in den Bänken der Lutherkirche in Dahlhausen sitzen. Zum Motto "Lebendig-aktiv-kreativ Frauen der Reformation" stellt die Leiterin des Frauenmuseums in Bonn gut 20 dieser Figuren aus Pappmaschee und Draht in etwa zehn Sitzgruppen in der Kirche aus.
 

Mit dabei - allerdings in weiß - ist auch Katharina von Bora, die Ehefrau von Martin Luther. Sie sitzt mit ihrer bekannten, von Lucas Cranach dem Älteren gemalten Haartracht (Haarnetz) und einer Kinderfigur vor dem Taufbecken. Sie verweist damit auf die Taufe als eines der zwei Sakramente in der evangelischen Kirche. "Marianne Pitzen ließ sich dazu vom Taufbecken inspirieren", erklärt Pfarrer Ingo Menzler.

Die am meisten ins Auge fallende Sitzgruppe ist eine Frauengruppe. "Frauen sind hier wie im gastlichen Haus bei Martin Luther zusammen, der gerne Menschen zum Essen und Tischgesprächen einlud", berichtet Gemeindemitglied Gisela Wehner. Fünf orangefarbene Frauen sitzen da in ein Gespräch vertieft vor der Kanzel und dem Altar am Tisch.

Diese Aussage unterstreicht eine Tuschezeichnung der 69-jährigen Künstlerin im Hintergrund: Gut 20 Leute tafeln da bei Luther an einer langen Tischreihe. "Die Farbe Orange und deren ungewöhnliche Frisuren symbolisieren hier Stärke und Energie", merkt der Pfarrer an. Genauso tatkräftig wie die Reformationsfrauen, die streitbar für die neue Lehre von Luther eintraten. Etwa Argula von Grumbach, deren Bild hinter der Kanzel zu sehen ist.

Gisela Wehner brachte die Figuren, unterstützt von Pfarrer Menzler, in die Kirche. "Im März sah ich in Hattingen die Ausstellung "Katharina von Bora und ihr gastliches Haus" von Pitzen", erzählt sie: "Da dachte ich, das passt gut in unsere Kirche." Nach Rücksprache in der Gemeinde nahm die Aktive im Frauengesprächskreis Kontakt mit der Bonner Künstlerin auf. Schon im April schaute sich Pitzen in der Kirche um und war begeistert. "Sie fand, dass das ein passender Ort für ihre Matronen ist", ergänzt Menzler.

In den Bänken und auf der Empore sitzen weitere Figuren. In der typischen Haartracht von Pitzen blicken sie in Richtung Altarraum. Vor sich haben sie immer wieder Texte zu Lebensläufen von Frauen der Reformationszeit. Etwa von Anna von Lodron sowie von Olympia Fulvia Morata. "Wir beschäftigen uns in unserem Gesprächskreis seit 2015 mit Frauen der Reformation", erklärt Wehner dazu. Am Reformationstag 2015 und 2016 gab es Gottesdienste dazu, die der Kreis natürlich vorbereitete. Die Ausstellung knüpft daran an.

"Diese Installationen bereichern unsere Offene Kirche, indem sich die Besucher mit der Kunst von Pitzen sowie mit Frauen der Reformationszeit auseinandersetzen", betont Menzler. Er verweist damit auf die Öffnungszeiten:

Die Figurengruppen sowie verschiedene Tuschezeichnungen sind bis Donnerstag, 27. Juli, vor und nach den sonntäglichen Gottesdiensten um 10 Uhr sowie während der "Offenen Kirche" zu sehen. Diese ist donnerstags von 10 Uhr bis 12 Uhr und samstags von 11 Uhr bis 13 Uhr geöffnet.

21.07.2017
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14