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Unter der Luther-Linde: Pfarrer Johannes Romann und Kirchmeister Matthias Rau mit der alten und der neuen Urkunde. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

"Wir wollen hier unser Jubiläumsjahr mit der Lutherlinde würdig zum Abschluss bringen", betonte Pfarrer Johannes Romann, als er die Gottesdienstfeier zum 100. Geburtstag der am 4. November 1917 gepflanzten Lutherlinde eröffnete. Rund 100 Besucher - darunter auch NRW-Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke - kamen zur Christuskirche der evangelischen Kirchengemeinde Gerthe und wirkten mit.

Zum Höhepunkt gedieh eine neue Urkunde für die Jubilarin, die zu Frieden und Ökumene ermahnt. Eine 1917 zum 400. Reformationsjubiläum ausgestellte Urkunde diente als Vorbild.

Zunächst erinnerte Pfarrer Romann jedoch daran, wie sehr die Linde der Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt worden war. „Sie war immer da, Teil unseres Alltagslebens, manchmal auch ein wenig verflucht, wegen der im Herbst zahlreich herab fallenden gelben Blätter."

Das Jubiläumsjahr habe man nun genutzt, die Linde in den Mittelpunkt des Gemeindelebens zu stellen, nachdem die Urkunde im Archiv gefunden wurde, erklärte Romann: "Mit der Neugestaltung des Vorplatzes mit Rundbank und Bodenentsiegelung haben wir begonnen."

In der anschließenden Predigt blickte der Gerther Pfarrer zurück auf die Jahre 1917 und 1944. "Das 1917 noch eigenständige Gerthe war stolz auf seinen Wohlstand und sein neues Amtshaus. Die Zeche Lothringen stand unter Volldampf mit mehreren 1000 Arbeitern. Die Christuskirche gab es gerade sieben Jahre, als unsere Vorfahren mitten im I. Weltkrieg feierlich den Baum pflanzten und daneben einen Findling als Gedenkstein platzierten", erzählte der Seelsorger. Seitdem bilden die Linde und die 1910 eingeweihte Christuskirche ein Ensemble.

Das Gedenken an den 4. November 1944, als im II. Weltkrieg 140.000 Brandbomben auf Bochum fielen, 1.300 Menschen umkamen und 70.000 obdachlos wurden, war ebenfalls Thema. Romann rief deshalb die knapp 100 Gottesdienstbesucher dazu auf, die Lutherlinde künftig als Mahnmal für den Frieden zu sehen. In der neuen Jubiläumsurkunde heißt es dazu: "In Lied und Wort wurde ... heute besonders der Gedanke ökumenischer Offenheit und grenzüberschreitender Verbundenheit als Zeichen und Wille zum Frieden, zur Menschlichkeit und Gerechtigkeit hervorgehoben."

Erstunterzeichnerin war Carina Gödecke, gefolgt von Hans-Josef Kowalski (Gemeinderatsvorsitzender von St. Elisabeth Gerthe), Knappe Jürgen Niedringhausen (BKV Gerthe) und Petra Willich (Bezirksvertretung Bochum-Nord und Vertreterin von OB Thomas Eiskirch).

In 2017 fanden verschiedene Aktionen unter der Linde statt. Unter anderem waren das das Konfirmationsjubiläum (März), das Grußwort an die diesjährigen Konfirmanden (Mai) und eine Tanzfeier (Juli). Unter der Linde wird es auch im kommenden Jahr Veranstaltungen geben.

17.11.2017
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 21. Januar 2018:
Losungstext:
Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen.
Psalm 138,2
Lehrtext:
Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Johannes 17,26