Direkt zum Inhalt der Webseite springen

Mit einem Festakt haben der nordrhein-westfälische Landtag und die drei evangelischen Landeskirchen in NRW am Dienstag das 500. Jubiläum der Reformation gewürdigt.

Landtagspräsident André Kuper konnte gemeinsam mit den Präsides der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen, Manfred Rekowski und Annette Kurschus, sowie dem Landessuperintendenten der Lippischen Landeskirche, Dietmar Arends, rund 300 Gäste im Plenarsaal begrüßen.

„Das Reformationsjubiläum eröffnet große Chancen zur Besinnung und Verständigung auf grundlegende Werte unserer Gesellschaft wie Rede- und Gedankenfreiheit, religiöse Toleranz und die Eigenverantwortung des Einzelnen", sagte Landtagspräsident Kuper. Martin Luther habe von Wittenberg aus einen Stein ins Rollen grebracht, der erst Deutschland, dann Europa und schließlich die ganze Welt verändern sollte – auch politisch, gesellschaftlich, kulturell. Nicht nur als glaubender, auch als politischer Mensch habe er Position bezogen und sie vor den Autoritäten vertreten. Seine Botschaft: "Mischt Euch ein! Nehmt Eure Verantwortung vor Gott und der Welt ernst!“, erklärte Kuper.

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus wies daraufhin, dass „in allem Streit um die Wahrheit und bei allem Ringen um Klarheit die Reformationszeit nicht zuletzt davon geprägt war, dass die Diskursräume weiter statt enger wurden. Und dass Menschen die Erfahrung machten, gefragt und gefordert zu sein, gehört und gebraucht zu werden, zu Wort zu kommen und sprachfähig zu sein in den Belangen der res publica, der öffentlichen Sache, die alle betrifft. "Wo solche Diskursräume erreichbar bleiben und neu entstehen, muss uns weder um das Erbe der Reformation bange sein noch um die Lebendigkeit unseres Gemeinwesens“, fügte Kurschus hinzu.

Ministerpräsident Armin Laschet: „Ich bin sehr froh darüber, dass wir heute im Landtag, dem politischen Herzen unseres Landes, eines großen Ereignisses unserer Geschichte gedenken. Es ist begrüßenswert und richtig, dass wir in diesem Jubiläumsjahr nicht das Trennende zwischen den Konfessionen betonen, sondern das Verbindende. Die Werte des Christentums und der Reformation haben unser Land Nordrhein-Westfalen geprägt.“

Die Festrede hielt der Journalist Hans Leyendecker, der 2019 Präsident des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dortmund sein wird: „Meine Erfahrung als einfaches Gemeindemitglied lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Wir gewinnen gemeinsam und wir verlieren gemeinsam. Punkt. Da draußen wird den Protestanten alles zugerechnet, was Katholiken gemacht oder gesagt haben und umgekehrt. Die Leute machen keinen Unterschied mehr zwischen den Konfessionen. Dass Christen Christen aussperren, können sogar Nichtchristen nicht verstehen. Alle Fehler, Versäumnisse und auch die Widerwärtigkeiten, die Verbrechen, die es gegeben hat, treffen alle. Das wird in Zukunft noch deutlicher werden. Auch bin ich überzeugt, dass wir nicht die Gemeinsamkeiten auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner suchen dürfen. Die Einheitskirche, die in diesen Tagen häufiger gefordert wird, wird nicht kommen. Die Kirchen brauchen die anderen Kirchen, um ganz und vollständig werden zu können, hat Fulbert Steffensky einmal gesagt.“

Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther der Überlieferung nach 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen, mit denen er den sogenannten Ablasshandel der katholischen Kirche anprangerte. Der Thesenanschlag vor 500 Jahren gilt als Beginn der Reformation. In diesem Jahr endet am 31. Oktober, der einmalig auch in Nordrhein-Westfalen ein Feiertag ist, das Jubiläumsjahr, mit dem die Evangelische Kirche in Deutschland „500 Jahre Reformation“ feiert.

17.10.2017
Von: Rolf Stegemann

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7