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„Morgen, Kinder, wird’s nichts geben! Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld! Morgen, Kinder, lernt fürs Leben! Gott ist nicht allein dran schuld. Gottes Güte reicht so weit… Ach, du liebe Weihnachtszeit!“



Nachdenkliches, Verstörendes und Erschreckendes von Erich Kästner über das „Fest der Feste“ trug Jürgen Hinninghofen (Foto) zu Adventbeginn in der Petrikirche vor. Der Lyriker Kästner, allgemein bekannt durch Kinder- und Jugendliteratur wie etwa „Das doppelte Lottchen“, pflegte auch als zeitkritischer Satiriker aufzutreten.

 

Hinninghofen trug auch herrlich Absurdes vor, wie etwa die „Feier mit Hindernissen“ oder das „Interview mit dem Weihnachtsmann“ vor. Eine Kostprobe: „Es hatte schon wieder geklingelt. Das neuntemal im Verlauf der letzten Stunde! Heute hatten, so schien es, die Liebhaber von Klingelknöpfen Ausgang. Mürrisch rollte ich mich türwärts und öffnete. Wer, glauben Sie, stand draußen? Sankt Nikolaus persönlich!“  Den bat der Journalist dieser Geschichte in die Wohnung und erlebte im Verlauf des Abends, dass der heilige Nikolaus in Wirklichkeit ein gemeiner Betrüger war, der aus seiner Wohnung so ziemlich alles, was wertvoll war und glänzte, mitgehen ließ.

Harmonisierende, beruhigende Gegenstücke zu Kästners ungeschminkter Sicht aufs Weihnachtsfest bot Frank Staschinski, Organist im Wattenscheider Ludwig-Steil-Haus, mit Weihnachtsmusik süddeutscher Meister. So ließ er zu Beginn das Prelude von Gustav Merkel erklingen, gefolgt von Johann Anton Kobrichs Pastorale, dem eher verhaltenen Andante Pastorale eines Josef Rheinberger und Robert Führers Pastoral-Präludium opus III / 5.

Dazwischen Kästner: „Der Gasglühofen ist von Onkel Fritz. Der Ofen, sagt er, heize wie der Blitz und ist die kostbarste von allen Gaben. Es ist nur dumm, dass wir Elektrisch haben.“ Denkt man an die Geschenke-Tauschbörsen, die gleich nach dem Fest auch in diesem Jahr wieder Hochkonjunktur haben werden, so zeigt diese „Parade am Weihnachtstisch“ die Aktualität der Kästnerschen Gedichte.

Mit festlichen Orgelklängen von Johannes Weyhmann ließ Staschinski zum Schluss die Fischer & Krämer Orgel glänzen und bei den zahlreichen Zuhörern dann aber doch rechte Vorweihnachtsfreude aufkommen. Für den hoch verdienten Applaus gab es als Dankeschön das Präludium zur Weihnachtszeit von Josef Gruber.

17.12.2008
Von: Frauke Haardt-Radzik. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7