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Eine Mauer aus Kartonagen inmitten der Festung Krümmede, eine Mauer hinter Mauern? Die Kartonagen waren auf der einen Seite mit negativen Botschaften beschriftet wie „Rassismus“, „Ausländer nehmen Arbeit weg“ und „Das Boot ist voll“. Auf der anderen Seite standen positive Aussagen: „Toleranz“, „Reichtum teilen“ und „Ich bin Europa“.

„Nehmt die Bausteine nicht, um Mauern zu bauen, sondern um Brücken zu bauen zueinander“, ermutigte Pfarrer Burghard Boyke im ökumenischen Gottesdienst die Gefängnisgemeinde mit Blick auf die positiven Botschaften.

Eine Gemeinde nicht in erster Linie von Straffälligen, sondern von über 110 Weltbürgern, wie Maija Julius, Mitarbeiterin des Projektbüros „Platz des europäischen Versprechens“ sie folgerichtig nannte. Weltbürger, die alle ihren Beitrag zum Frieden leisten könnten. „Frieden ist möglich, je mehr Menschen mitmachen“, so Julius bei der Vorstellung der Projektidee. Es gehe um Miteinander und Kommunikation, um ein friedvolles Europa bei der Teilnahme an diesem Kunstprojekt der Stadt Bochum als Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010.

Künstler Jochen Gerz entwickelte die Idee des friedvollen Miteinanders am Platz vor der Christuskirche Bochum: Nämlich dem Mahnmal im Turm der Christuskirche, der Heldengedenkhalle mit seinen eingemeißelten Feindstaaten und der Namensliste dem Krieg zum Opfer Gefallener die Namen weltweit lebender Friedensstifter entgegenzusetzen und damit den Platz des Krieges zu einem Platz des Friedens zu machen.

Bis Brasilien reicht mittlerweile die Liste derer, die ihren Namen gaben für den Platz des europäischen Versprechens, der dann auf einer der Bodenplatten zu sehen sein wird, die 2010 den Platz vor der Christuskirche zieren werden. 20 Männer der JVA Bochum haben bisher ebenfalls ihren Namen gegeben und erleben dadurch: Auch wir sind nicht vergessen. Auch uns wird zugetraut, mit unserem Namen für ein friedvolles Europa einzustehen.

So wird der Platz des europäischen Versprechens Ausdruck der Gleichwertigkeit aller Menschen. Eine Idee, die überzeugt: 15 Anmeldungen zur Namensgebung konnte Linda Wotzlaw, ehemalige Mitarbeiterin des Projektbüros, gleich mitnehmen. Und zum anschließenden Nachgespräch blieben trotz damit verbundenen Verzichts auf die sonntägliche Freistunde 25 Inhaftierte.

21.11.2008
Von: Steffi Boyke. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14