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Wie sieht die 100 Jahre alte Kirche eigentlich ihre Gemeinde? Eine Antwort gaben darauf Pfarrer Detlef Berghoff und Kirchmeisterin Beate Holz, als sie zu dieser Frage im Jubiläumsgottesdienst statt der Predigt ein fiktives Interview führten.

Berghoff nahm dabei die Rolle der Kirche ein. Der beliebte Gemeindepfarrer bilanzierte aus ihrer Sicht: „Diese Kirche freute sich schon über viele Neuanfänge in der Gemeinde.“ Mit dem Bau müsse man heute aber auch die „lebendigen Steine“, die Menschen feiern, welche diese Gemeinde tragen.



Diese Beziehungsebene war während des Gottesdienstes gleich mehrfach zu sehen: Ökumenisch, weil der „Herz Jesu“-Kirchenchor der inzwischen geschlossenen katholischen Nachbarkirche musikalisch mitwirkte. Auf den Nachwuchs bezogen, weil die Kindergärten mit Geburtstagskerze und -Lied gratulierten. Mit Blick auf die Gemeinde, weil über 400 Leute dieser gerade mal noch 1400 Mitglieder umfassenden Gemeinde den Gottesdienst besuchten. Beim anschließenden Gemeindefest waren es dann gut doppelt so viele.



Blick zurück nach vorn
Die Neuanfänge, auf die Holz und Berghoff eingingen, waren einerseits die Ereignisse in der Gemeinde rund um den Kirchenbau von 1906 bis 1908: Die Gründung eines evangelischen Kirchbauvereins am 4. Juni 1896 markierte den Anfang der Gemeindegeschichte. Die Gründung der Gemeinde fiel auf den 30. September 1902 durch die Auspfarrung von der Eickeler Muttergemeinde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde schon das Baugrundstück für die Kirche und das Pfarrhaus als Schenkung erhalten. Der erste Spatenstich erfolgte am 27. August 1906, die Einweihung der Kirche am 28. Mai 1908.

 

[Foto: Die evangelische Kirche in Hordel anno 1910, kurz nach der Fertigstellung. Die Gemeinde gab es bereits seit 1902. Versöhnungskirche heißt sie erst seit ihrer Modernisierung am 26.3.1972.]



Auch die innerkirchlichen Auseinandersetzungen vor Ort zwischen den Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche während der nationalsozialistischen Diktatur nahmen Holz und Berghoff in den Blick, die Zerstörung der Kirche Pfingsten 1943 beim ersten großen Bombenangriff und ihres Wiederaufbaus ab 1947, der erst 1951 abgeschlossen war.



An die innergemeindliche Krise Anfang der 70er Jahre, die viele Ältere noch in lebhafter Erinnerung haben, erinnerten Holz und Berghoff ebenfalls. Damals erhielt der Innenraum der neugotischen Kirche gegen den Willen vieler Gemeindemitglieder sein heutiges modernes Aussehen durch den Architekten Kurt Peter Kremer. Mit der Einweihung der renovierten Kirche am 26. März 1972 erhielt diese dann – möglicherweise auch als symbolischer Neuanfang - den Namen „Versöhnungskirche“.



Die festlichen Aktivitäten an der Kirche schlossen eine Ausstellung über historische Sakralgegenstände - von Altarbibel über silbernes Taufgeschirr bis hin zu den alten Kerzenständern - sowie ein Ständchen des Posaunenchores ab.  Beim anschließenden großen Gemeindefest rund um das benachbarte Gemeindehaus ging es dann fröhlich weiter: Der Posaunenchor unterhielt mit Evergreens und Volksliedern die zahlreichen Besucher. Die Kinder hatten Spass beim großen Spielfest mit zahlreichen Stationen sowie an der Spritzwand der Freiwilligen Feuerwehr Günningfeld. Eltern und Großeltern erfreuten sich am guten Essen, am gemütlichen Zusammensein sowie der Tombola mit über 300 Preisen.

14.10.2008
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14