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Die Noten auf dem Zeugnis der „Haushaltsschule der Städtischen Bildungsanstalt für Frauenberufe in Bochum“  waren in Kochen, Singen und Religionslehre durchweg „gut“. Aber auch in der Berufsaufbauschule und der Sozialpädagogischen Fachschule schnitt „Kindergärtnerin  und Hortnerin“ Edith Naujokat-Papies (s. Foto Mitte - damals natürlich noch ohne den Zusatz Papies) sehr gut ab – und wurde dann auch prompt am 1. Februar 1969 im Kindergarten an der Weststraße angestellt.

 

40 Jahre ist sie nun schon dabei – und leitet seit 1976 den Kindergarten der Gemeinde am Birkhuhnweg. Das war ein gewichtiger Grund für die evangelische Kirchengemeinde Langendreer, die verdiente Pädagogin im Gottesdienst und mit einem anschließenden Sektempfang im Gemeindehaus zu ehren.

 

In einer Computer-Präsentation hatte Pfarrer Thomas Vogtmann (Foto rechts) zahllose Bilder aus der Kindergarten-Chronik zusammengefasst – und nicht nur  ihr ehemaliger Schützling Till Pawlak war gekommen, um Naujokat-Papies in den Arm zu nehmen: Zahlreiche Kinder, Ehemalige und Kindergartenmitarbeiter waren gekommen, um zum „40jährigen“ zu gratulieren.

 

Den weitaus größten Teil dieser vier Jahrzehnte hat Edith Naujokat-Papies in leitender Funktion gearbeitet. Wenn man so will sogar fast ausschließlich, denn von der heutigen Alten Weststraße ging es schon am 1. April 1970 zum damaligen Kindergarten an der Urbanusstraße, dessen Leitung sie übernahm.

 

Aber beinahe wäre dieser Karrieresprung schief gegangen, denn dem Landesjugendamt fiel auf, dass das „Fräulein Naujokat“ noch zu jung war. Ein Dreivierteljahr nach der „Beförderung“ schrieb die Behörde: „Die Leiterin Edith Naujokat Ihres Kindergartens in Bochum-Langendreer, Urbausstraße 32, hat ihr Examen als Kindergärtnerin am 3.2.1969 abgelegt. Sie kann also noch nicht gem. § 1, Abs.1 … die für Leiterinnen erforderliche dreijährige Berufs¬erfahrung nachweisen!“  Zum Glück hat fast jede Regel eine Ausnahme – und dieser Antrag wurde genehmigt.

 

Die Leiterin war mit von der Partie, als der neue Kindergarten am 17. Oktober 1976 eingeweiht wurde, auch als im Januar 1984 ein schrecklicher Brand Millionenschäden verursachte und Krisenmanagement gefragt war: Die Gruppen zogen ins Amtsgericht am Ossietzky-Platz – und schon im Spätsommer wieder zurück in die renovierten Räume.

 

1994 feierte man das 100jährige Jubiläum des von Pfarrer Gustav Wilhelm Heinrich Grügelsiepe als Kleinkindschule gegründeten Kindergartens, zu dessen Einweihung,, wie Pfarrer Vogtmann anmerkte, Friedrich von Bodelschwingh persönlich anwesend war.

 

Nun wird der Kindergarten 115 Jahre alt und Edith Naujokat-Papies leitet dessen Geschicke schon weit über ein Drittel dieser Jahre. Gut 43 Jahre werden es sein, wenn sich die Leiterin aus dem Arbeitsleben zurückzieht. „Noch drei Jahre und sieben Monate“, sagt die Geehrte lächelnd, müsse sie arbeiten. „Dann bin ich etwas über 63 – und werde aufhören.“

 

Mehr als 1000 Kinder hat sie betreut, darunter Kinder und Enkelkinder der ersten Kinder, unzählige Milchzähne gezogen und Kinderkrankheiten gesehen – und viele Tränen getrocknet. Vogtmann würdigte die 40 Jahre und sagte: „…Was ich an ihnen schätze, ist, dass Sie immer noch unverbraucht und frisch mit Liebe bei der Sache sind.“ Sie sei so etwas wie eine „Kummertante“, oder „Beraterin“, oder – medial-modern: eine „Super-Nanny“.

 

Und schloss seine Würdigung mit einem Zitat aus einer Rede des Altsuperintendenten Wolfgang Werbeck zur Chronik der Kirchengemeinde Langendreer-Süd von 1989. Da habe er etwas über Edfith Naujokat-Papies gesagt, was in schöner Weise alles zusammenfasse. „Edith Papies  … hat als Kindergartenleiterin … schon fast eine ganze Generation der kleinsten Gemeindeglieder und ihrer Eltern erzieherisch und freundschaftlich begleitet.“ Das, so Vogtmann, „stimmte vor 20 Jahren. – Heute stimmt es doppelt.“

26.02.2009
Von: Eberhard Franken. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14