Direkt zum Inhalt der Webseite springen

Über 600 Gemeindemitglieder und Besucher kamen neben zahlreicher politischer, kirchlicher und örtlicher Prominenz zum Kirchweihgottesdienst anlässlich des 1000-jährigen Geburtstags der „Indienststellung“ der Stiepeler Dorfkirche. Keine Frage: Die Kirchengemeinde Stiepel beging am 28. September einen der Höhepunkte im Rahmen des 1000-jährigen Jubiläums ihres romanisch-frühgotischen Kirchenbaus.

So viele Gäste passten natürlich nicht in die Dorfkirche. Der Gottesdienst wurde auch in das Festzelt übertragen. Dort folgten dann rund 400 Gottesdienstbesucher dem Geschehen, sangen und beteten mit.



Fritz Pleitgen (Foto), ehemaliger Intendant des WDR, nun Vorsitzender der Geschäftsführung Ruhr 2010, übernahm die Predigt. Zwar, fragte er sich eingangs schmunzelnd und zur Freude der Zuhörer, ob er, der als Evangelischer sich keine besonderen Meriten verdient habe außer getauft und konfirmiert sowie in der Jugend ein wenig in seiner Kirchengemeinde als „Glöckenverkäufer“ für den Altarschmuck tätig gewesen zu sein, der richtige Festprediger sei und dass er dies Gott später fragen werde: „Vielleicht wird er sagen: Er habe 1000 Jahre mit sich damals gerungen.“



„Bevor Schlote, Kohlenzechen und Stahlhütten in den Himmel ragten, waren es die Kirchtürme die die Stadt-Silhouetten im Ruhrgebiet prägten“, erinnerte Pleitgen. An den Sakralbauten wie beispielsweise der Klostergründung in Werden um 800 und dem Bau der Dorfkirche in 1008 lasse sich gut die spirituelle Kontinuität ablesen.



Das gelte noch heute, so der 70-Jährige, obwohl die christlichen Kirchen und Gebäude ebenso wie die Industrie seit den 60er Jahren im Strukturwandel stünden. Die vielfältigen Aktivitäten der evangelischen Kirche für das Kulturhauptstadtjahr 2010 seien beispielhaft. Neben Citykirchenarbeit und kirchmusikalischen Reihen sei auch der ökumenische und der interreligiöse Dialog in Planung.

 

Denn: „Interkulturalität ist das Schlüsselelement in einer Migrationsregion, wo 170 Nationalitäten leben mit ihren Traditionen, Kulturen und Religionen.“ Mit Blick auf die Zukunft gehe es nicht um die Verwässerung der einen oder anderen Religion, sondern um gegenseitige würdigende Anerkennung. Der Glaube lebe weder von Konservativismus oder Progressivität, sondern „von der Vielfältigkeit der Farben dazwischen“, so Pleitgen.



Als Schirmherrin des Jubiläumsjahres lud Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz anschließend zum Empfang in das Festzelt, das für die Stiepeler Fliegenkirmes auf dem benachbarten Parkplatz aufgebaut war und stieß dort auf die weiteren 1000 Jahre der Kirche an. In ihrem Grußwort dankte sie allen Aktiven und Geldgebern, die die Restaurierung sowie das Jubiläumsjahr mit den über 60 sehr unterschiedlichen Veranstaltungen möglich gemacht hatten: „Wir können stolz auf diese wunderschöne Kirche sein und die Menschen, die sich um sie kümmern.“

14.10.2008
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7