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Mit einem Gottesdienst in der Christuskirche Bochum, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gußstahlstraße, dem ehemaligen Bochumer Prostituiertenviertel, liegt und städtebaulich zusammen mit dem Gelände von Thyssen Krupp und einer Kneipe eine historische Linie bildet, haben anlässlich des Internationalen Hurentags Prostituierte, Vertreterinnen der Huren-Selbsthilfe-Organisation Madonna e.V., des Arbeitskreises Café Mitternacht aus Wuppertal und des evangelischen Frauenreferates Bochum die Situation von Prostituierten beleuchtet.

 

Sie erinnerten an den Aufstand von über 1000 Prostituierten vor 33 Jahren in Lyon, die am 2. Juni 1975 die Kirche Saint-Nizier besetzten, um auf ihre entwürdigende und krankmachende Situation aufmerksam zu machen. Sie erhielten für ihr Anliegen kirchliche Unterstützung. Seitdem kämpfen die Huren weltweit um Anerkennung ihrer Arbeit und bessere Arbeitsbedingungen. Mit dem Prostitutionsgesetz von 2002 ist ein wichtiges Ziel erreicht worden: Die Ausübung der Prostitution gilt in Deutschland nicht mehr als sittenwidrig, sie ist als Erwerbsarbeit anerkannt.

 

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Noch immer erschweren Sperrgebietsverordnungen, Werbeverbote oder baurechtliche Vorschriften die Berufsausübung. Prostituierte müssen weiterhin um ihre Rechte und ihre Würde kämpfen. Der internationale Hurentag richtet sich gegen Diskriminierung, ausbeuterische Verhältnisse und gegen die dauerhafte Doppelmoral einer Gesellschaft, die Prostitution akzeptiert, Prostituierte aber verbannt.

 

Lust und Sexualität seien ein schweres Thema für die Kirche, sagte Pfarrerin Ulrike Hollander vom Wuppertaler AK Café Mitternacht bei ihrer Ansprache. Selbstbewusste Prostituierte wie Maria Magdalena, die vom Evangelisten Lukas als „Sünderin“ bezeichnet wurde, thematisierten, was heilig sei: Die Exklusivität von Gefühlen für einen Partner und das Ideal von der Heiligkeit des Körpers. Jesu Blick auf die Hure aber sei einer, der diese nicht festlege, zudecke oder festhielte. So könne Heilung werden.

 

An den Gottesdienst schloss sich eine Kunstausstellung von Prostituierten an, die Skulpturen und Acrylgemälde zeigten, welche eine Kunstgruppe während einer Qualifizierungsmaßnahme vor zwei Jahren im Rahmen des NRW-Projektes profrida beim Madonna e.V. schuf. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. August im Haus der Rosa Strippe e.V. montags und mittwochs von 14 bis 20 Uhr in der Kortumstraße 143 in Bochum zu sehen.

20.06.2008
Von: Gert Hofmann. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7