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Mehr als 100 Kerzen tauchten die St. Vinzentius-Kirche in ein weiches, flackerndes Licht. Sie verwandelten den über 1000-jährigen Kirchenraum in einen Ort „aus einer anderen Welt, der offen ist für Sehnsüchte und Träume“, wie Mitorganisator und Kirchenmusikdirektor i. R. Karl-Heinz Saretzki nach einem gemeinsamen Orgel-Entree in Begleitung des Flötisten Thomas Katzer bei seiner Begrüßung formulierte.

Zum Ausgangspunkt der mehr als einstündigen Reise durch die „Schatzkammer des Norden“ wurde der hintere Eingang der Kirche durch den alten Wehrturm, durch den gewöhnlich viele Besucher den Kirchenbau betreten. Dieser Turm, erzählte Saretzki, beherberge die drei Bronzeglocken der Kirche: Das Zwillingsgeläut mit der Vinzentiusglocke (Ton „Fis“) aus dem Jahre 1483, die Marienglocke (Ton „F“) von 1484 sowie die erst 1768 gegossene kleinere Schlag- oder Zeitglocke, die heute von außen sichtbar im Dachreiter des Turms hängt.

Eine weitere Station der meditativen Reise war der weiträumige Altarraum mit dem Barockaltar, dem Dreikönigsrelief und dem Sakramentshäuschen, der nach Auskunft Saretzkis erst im zweiten Bauabschnitt um 1200 angebaut wurde: „Damals war er allein den Geistlichen vorbehalten. Auch der Chor saß hier.“ Der farbenfrohe Barockaltar habe erst im Jahre 1699 – die Jahreszahl steht oben im Medaillon – den vormals gotischen Altar abgelöst.

Das Dreikönigsrelief, das um 1400 entstand, sei ein besonderes künstlerisches Kleinod. denn „der unbekannte münsterländische Bildhauer ließ diese ‚Könige’ wie westfälische ‚Fürsten’ aussehen“, urteilte Saretzki. Die Figuren stünden für die drei menschlichen Lebensalter: Caspar als heraneilender Jüngling, Balthasar als mitten im Leben stehender Mann und Melchior als Greis, der bereits vor Maria und dem Kind kniet.

Von musikalischen Meditationspausen unterbrochen, gab es weitere historische Einblicke zu markanten Stationen des Kirchbaus wie dem romanischen Taufstein und den Gedenktafeln, insbesondere zur Grabinschrift des Laienbruders Ludolf, der zwischen 1000 und 1050 wirkte.

Für die notwendige Turmsanierung werden weiterhin Spenden erbeten. Spendenkonto: Ev. Kirchengemeinde Harpen, Sparkasse Bochum (BLZ 430 500 01), Konto-Nummer 47 306 592. Stichwort: Kirchturm.

04.02.2009
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Samstag, 18. November 2017:
Losungstext:
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1
Lehrtext:
Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14