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Pfarrerin Christine Kükenshöner freut sich auf ihre neue Aufgabe. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Im Pfarrhaus sind die Renovierungsarbeiten zwar noch voll im Gange und Pfarrerin Christine Kükenshöner sitzt auf fast gepackten Umzugskartons. Ihrer guten Laune tut das keinen Abbruch beim Gespräch. Deshalb trafen wir uns bei schönem Wetter draußen. Im Park!

Kükenshöner ist die "Neue" in der evangelischen Kirchengemeinde Stiepel. Anfang April hat die 38-jährige Theologin ihren Dienst im Bochumer Süden angetreten. Als Nachfolgerin von Pfarrer Ortwin Pfläging übernimmt sie den Seelsorgebezirk Stiepel-Haar. Superintendent Gerald Hagmann führt sie am kommenden Sonntag (9.4.) um 16 Uhr im Lutherhaus an der Kemnader Straße 127 in ihr Amt ein.

???: Was finden Sie spannend an Ihrer neuen Aufgabe in Stiepel?

Kükenshöner: Bei meinem Vorstellungsgespräch bekam ich den Eindruck, dass ich hier mit dem Presbyterium und aktiven Gemeindemitgliedern viel gestalten kann. Da möchte ich mich gerne im Team einbringen. In manch anderen Gemeinden entsteht leider häufiger der Eindruck, dass in diesen nur der Abbau kirchlicher Arbeit verwaltet wird.
Darüber hinaus freue ich mich, weil ich gerne predige, auf schöne gemeinsame Gottesdienste, die eine Gruppe von Leuten zusammen mit mir vorbereiten. Diese dürfen neben der klassischen Form auch gerne individuell und experimentell sein.
In den letzten drei Jahren hatte ich in den Kirchengemeinden Wersen und Wersen-Büren zudem einen Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit, der mir viel Spaß machte. Ich habe den Eindruck, dass ich das hier fortführen kann.

???: Haben Sie in Stiepel schon Erfahrungen mit Jugendlichen gemacht?

Kükenshöner: Ja, habe ich. Als ich zu meiner Probepredigt nach Bochum kam, beeindruckte mich, dass es am Lutherhaus viele Jugendliche gibt, die an Kirche interessiert sind. Bei meiner Probe-Katechese im Konfirmandenunterricht stellte ich zudem fest, dass bereits neun Jugendliche vor Ort waren, die als Teamer mithelfen wollten. Das war toll!

???: Können Sie aus ihrer bisherigen Arbeit ein Beispiel geben, wo sie die Teamarbeit in der Gemeinde gestalten konnten?

Kükenshöner
: In Wersen begegnete ich mehreren Mütter, die sagten: "Wir wollen, dass unsere Kinder sonntags einen Kindergottesdienst erleben dürfen." Daraufhin wurden wir ein Kindergottesdienst-Team. In diesem bereiteten wir nicht nur die Gottesdienste unter meiner Leitung vor. Ich stärkte auch die theologische Kompetenz der Mütter. Deshalb hoffe ich, dass sie den Kindergottesdienst nun allein fortführen.

???: Haben Sie eine Idee, an welcher Stelle Sie in Stiepel einen neuen Schwerpunkt setzen können?

Kükenshöner:
Das Gebet ist mir sehr wichtig. In einer Fortbildung zu "Geistlicher Begleitung" habe ich das gerade vertieft. Ich fände es schön, eine Gebetsgemeinschaft zu haben.
Vielleicht gelingt das auch in Ökumene mit dem Kloster Stiepel. In meiner Vikariatszeit hatte ich einen guten Kontakt dorthin, als wir im Religionsunterricht an der Willi-Brandt-Gesamtschule das Thema "Mönche" besprachen. Einer der Klosterbrüder beantwortete damals in 2011 viele Fragen der Jugendlichen dazu.

???: Sie haben ein Auslandsvikariat in Athen gemacht. Gibt es etwas von dort, das Ihre Arbeit als Pastorin bereichert hat?

Kükenshöner:
Ja, zweierlei! Zum einen erlebte ich Menschen von sehr unterschiedlicher Frömmigkeit, die zusammen die deutschsprachige evangelische Gemeinde in Griechenland gestalten. Sie feierten trotz aller Differenzen gerne zusammen Gottesdienst und Gemeinschaft. Das kannte ich von hier in solcher Vielfalt nicht. Das hat mich toleranter gemacht.
Das andere ist die Spontanität in der Gemeindearbeit. Wenn die Gemeindemitglieder dort etwas machen möchten, tun sie das auch, obwohl nur sehr wenig Geld da ist. Hier in Deutschland wird so etwas immer sehr lange im Voraus geplant.
Ein Beispiel: Die Gemeinde beschloss einen Open-Air-Gottesdienst zu machen. Kurz entschlossen mietete sie einen Bus, und wir feierten einen festlichen Gottesdienst an einem See.

???: Was reizt Sie über die Gemeindearbeit hinaus in Bochum?

Kükenshöner:
Ich habe hier studiert, im Ökumenischen Studienwerk (ÖSW) in Steinkuhl gewohnt und später auch mein Vikariat in Altenbochum-Laer und in Wiemelhausen gemacht. Dabei habe ich Bochum als weltoffene Stadt mit einem großen Kulturangebot erlebt. Deshalb kehre ich auch gerne hierher zurück. Ich freue mich auf den Besuch der Bochum Symphoniker und auch der verschiedenen Theater.

Zur Person:

Christine Kükenshöner studierte evangelische Theologie in Bochum. Nach dem Studium absolvierte sie von 2007 bis 2009 in Kiel ein Volontariat bei der Nordelbischen Zeitung, bis 2010 Wochenzeitung der evangelisch-lutherischen Kirche in Hamburg und Schleswig-Holstein. Anschließend arbeitete sie ein Jahr lang als Freie Journalistin in Leipzig. Zum Vikariat bei den Pfarrerinnen Petra Hockertz und Ellen Strathmann-von Soosten kehrte sie in 2010 nach Bochum zurück. Ein Sondervikariat in Athen folgte 2012/13. Seit 2013 wirkte sie als Pfarrerin im Entsendungsdienst zunächst im Kirchenkreis Bielefeld und ab 2014 im Kirchenkreis Tecklenburg in den Kirchengemeinden Wersen und Wersen-Büren in Lotte bei Osnabrück.

08.04.2017
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Dienstag, 21. November 2017:
Losungstext:
Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!
Psalm 28,9
Lehrtext:
Jesus spricht: Ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.
Johannes 10,16