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Keine Trauerfeier, keine Erinnerung. Ein anonymes Gräberfeld. Keine Namensnennung und keine Angehörigen, die sich verantwortlich fühlen. Ein einsamer Tod ist das, wenn die Stadt die Verantwortung und die Kosten für ein Begräbnis „zweiter Klasse“ übernehmen muss. Ein Begräbnis, immerhin. Aber ein einsames.

 

So einsam gehen jeden Monat allein in Bochum etwa 20 Menschen von uns. Dies war Grund genug für die Christen der Stadt, diesen Menschen alle zwei Monate einen eigenen Gedächtnisgottesdienst zu widmen, ihren Namen, ihr Leben und ihre Geschichte wachzurufen – und, so Pfarrer Dr. Karl-Georg Reploh, „ihre Würde über den Tod hinaus zu bezeugen.“

 

Beim zweiten ökumenischen Gottesdienst für Unbedachte feierten erneut sehr viele Menschen in St. Peter und Paul mit Augusta-Seelsorger Hartwig Bürgdörfer, Dr. Reploh und Katrin Gondermann vom Hospiz St. Hildegard. „Es ist wohltuend und ermutigend“, so hieß es, „dass so viele gekommen sind, die diese Verstorbenen gekannt, geschätzt und geliebt haben.“ Man sei hierher gekommen, um sich zu erinnern und um den Verstorbenen ihre Würde zurückzugeben.

 

Diese Menschen seien oftmals schon vor ihrem Tod in Vergessenheit geraten, sagte Pfarrer Burgdörfer. „Einige haben sogar sich selbst vergessen, oder vergessen, wer sie einmal waren.“  Deren Beziehungen seien nicht gelungen oder abgebrochen. Da werde mancher Außenstehende sagen, dass „sie selbst schuld sind“, dass sie sich keine Mühe gegeben und ihrem Leben keine Bedeutung verliehen haben.

 

Dem widersprach der Augusta-Seelsorger entschieden. Gerade die kleinen, unscheinbaren Leben seien es, die einen Engel haben. „Gott läuft ihnen hinterher, um sie heimzubringen in seine Geborgenheit.“ Er wende sich den Außenseitern zu: den Dieben, Säufern, Verrätern und Betrügern, den Verzweifelten und Verunsicherten.

 

Bewegt reagieren die Menschen in der Kirche, als die Namen der Verstorbenen mit ihrem Alter genannt werden, für jeden ein Licht angezündet wird. „Wir gedenken jener, die unbedacht geblieben sind.“ Und ein jeder der Anwesenden wurde aufgefordert, Gott um Verzeihung zu bitten, falls er einem der Toten etwas schuldig geblieben sein sollte.

 

Das Tablett mit den etwa 40 Lichtern wurde schließlich ins Seitenschiff gebracht, wo für die nächsten zwei Monate auch die sehr schön gestaltete Liste der Namen ausliegt und ein Kondolenzbuch persönliche Worte aufnimmt. Der nächste Gottesdienst für Unbedachte findet am 22. Juli in der Pauluskirche statt.

20.06.2008
Von: Eberhard Franken. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7