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Tafeln in der Ausstellung informieren über Luthers Bibelübersetzungen.

Das Abendmahlsgeschirr, das Patronatsherr Friederich Mathias von Syberg 1695 stiftete. Fotos: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

"Ab 1596 stieg in der Gemeinde Stiepel laut Kirchenbuchrechnungen der Weinverbrauch an. Zu den Feiertagen wie Kirchmess (Weihe der Kirche), Ostern und Pfingsten werden zudem Ausgaben für Wein angesetzt", schmunzelt Gerhard Hagenkötter vom Förderverein "Haus Kemnade und Musikinstrumentensammlung Grumbt e.V.": "Wir gehen deshalb davon aus, dass in dieser Zeit das Abendmahl unter beiderlei Gestalt (Brot und Wein) ausgeteilt und damit das Kirchspiel Stiepel evangelisch wurde."
 
"Wir"- das sind Gemeindearchivar Wilfried Krunke, Historiker Prof. Dr. Dieter Scheler, Christoph Schlierkamp  vom Kulturhistorischen Museum Stadt Bochum und eben Gerhard Hagenkötter. Gemeinsam entwickelten sie seit 2016 die Ausstellung "Umbruch im Königreich Stiepel", die bis 14. Januar auf Haus Kemnade zu sehen ist.

Die evangelische Kirchengemeinde lieferte dafür nicht nur Informationen aus dem Gemeindearchiv, sondern auch so manches Ausstellungsstück. Etwa das Abendmahlsgeschirr, das Patronatsherr Friederich Mathias von Syberg 1695 stiftete. Bis zum 1000-jährigen Jubiläum der "Dorfkirche" in 2008 blieb es in Gebrauch.

Auch sein ausgestelltes Testament ist spannend. Der 1711 verstorbene Patronatsherr verfügte, dass im Falle des Abfalls der Gemeinde vom evangelischen Glauben alle seine Vermächtnisse an andere lutherische Gemeinden abzugeben sind. Allein der Grabstein von Pfarrer Heinrich Cluvenbeck (verstorben 1624), der nachweislich die Reformation in Stiepel einführte, blieb auf dem Kirchhof. Sein Stein zeigt symbolhaft den Abendmahlskelch.

Die Ausstellungsmacher trugen darüber hinaus manch zeitnahe Schätze in den drei Räumen zusammen. Etwa historische Bibeln und Gesangbücher in deutscher Sprache (die älteste von 1569). Hinzu kommen originalgetreue Kopien von zeithistorischen Stichen und Grafiken. Letztere zeigen unter anderem Martin Luther, Ehefrau Katharina von Bora und Kurfürst Friedrich der Weise, der dem Reformator nach seiner Reichsacht auf der Wartburg Schutz bot.

Abbildungen von biblischen Darstellungen auf einem der Kamine im Hause (17. Jahrhundert), zeitgenössische Instrumente aus der Sammlung Grumbt sowie Informationstafeln zur örtlichen Reformationsgeschichte in der Unterherrschaft Stiepel runden die Ausstellung ab.

Die Ausstellung ist zu besichtigen bis einschließlich Sonntag, 14. Januar. Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Ort: Kulturhistorisches Museum auf Haus Kemnade, An der Kemnade 10, 45527 Hattingen. Kontakt: Gerhard Hagenkötter, Tel.  0234 / 97 91 897.

21.11.2017
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 21. Januar 2018:
Losungstext:
Ich will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen.
Psalm 138,2
Lehrtext:
Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Johannes 17,26