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Szenen aus dem Theaterstück "Luthers Hochzeit" trug der Frauengesprächskreis vor (v. l.): Karin Juckenack, Ulrike Ebach, Annekäte Schlitte, Gerda Schulze und Ingeborg Coullin. Foto: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

"Wir bitten zu Tisch", hieß es jetzt in der Lutherkirche der evangelischen Kirchengemeinde Dahlhausen. Mit Tischmusik, Theaterspiel und herzhaftem Essen wie zu Luthers Zeiten feierten Mitglieder der Gemeinde und Gäste das Reformationsjubiläum.

Ein Drei-Gänge-Menü bildete einen zentralen Bestandteil des kleinen, aber feinen Festes im Altarbereich. Brote mit Griebenschmalz und Kräuterbutter bildeten die Vorspeise, gefolgt von einem herzhaften Schweinefleischauf, gelben Rüben mit Sauerkraut und Semmelknödeln.

"Wir haben alles selbst zubereitet", erklärte Presbyterin Christiane Sittig, die Ende 2016 die Idee zur Jubiläumsaktion hatte. Gemeinsam mit Sabine Boing, Marlies Imberg, Latwina Steilmann und Gisela Wehner vom Ökumenischen Mittagstisch machte sie sich ans Werk.

Das Theaterstück "Luthers Hochzeit" von Schriftstellerin Elisabeth Malo bildete das zweite Standbein des Abends. Der Frauengesprächskreis unter der Leitung von Annekäte Schlitte bot die szenische Lesung dar. "Elisabeth Malo schrieb und veröffentlichte das Stück zum 400. Jahrestag der Hochzeit von Martin Luther mit Katharina von Bora", erklärte Schlitte.

Für die Frauen war es etwas besonderes, dieses Werk überhaupt zu finden. "Wissenschaftlerin Ruth Ebach hat es für uns aufgespürt", betonte Schlitte: "Durch das feministische Engagement von Elisabeth Malo, das auf die Gleichstellung von Frau und Mann in der Kirche und der kirchlichen Arbeit zielte, war sie bei damaligen Kirchenleitungen und Gemeinden nicht beliebt. Ihre Arbeiten wurden deshalb gerne öffentlich ignoriert."

Beim Lesen des Stücks gab es eine weitere wichtige Erkenntnis. Schlitte: "Spannend war für uns, dass die vom lutherischen Stadtpfarrer in Wittenberg, Johannes Bugenhagen, verwendete Trauformel für Martin Luther und Katharina von Bora in die lutherische Trauliturgie eingegangen ist, die bis heute gilt." Denn: Malo, die als eine der Vordenkerinnen der feministischen Theologie gilt, recherchierte für ihr Stück in Archiven und übernahm historische Textstellen.

Die Festgäste waren begeistert. Renate Hackmann fand das Essen "sehr lecker". "Ich fand diese Gemeinschaft in guter Ökumene ganz toll", erklärte Katholik Franz Heinrich Homey, der mit Ehefrau Marion (evangelisch) gekommen war. Er erinnerte daran, dass Luther eigentlich die Spaltung der Kirchen nicht wollte. "Ihm lag daran, eine innere Reform der Kirche zu bewirken", sagte Homey.

Pfarrer Andreas Menzel meinte wiederum: "Ich bin beeindruckt, was die Menschen hier so alles auf die Beine stellen können. Unsere Lutherkirche bietet ein tolles Ambiente für diese Aktion."

Organist Ingo Frank begleitete die Festgäste musikalisch. Immer wieder ließ er passend zum Beginn der Moderne im 16. Jahrhundert die Sackpfeife erklingen. Den Abend gestalteten der Gesprächskreis, das Team vom Ökumenischen Mittagstisch sowie Hauptamtliche aus der Gemeinde.

11.10.2017
Von: Fritz-Wicho Herrmann-Kümper

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 17. Dezember 2017:
Losungstext:
Als die Zeit herbeikam, dass David sterben sollte, gebot er seinem Sohn Salomo und sprach: Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und diene dem HERRN, deinem Gott.
1.Könige 2,1-2.3
Lehrtext:
Paulus schreibt: Wir lassen nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass ihr, des Herrn würdig, ihm ganz zu Gefallen lebt und Frucht bringt in jedem guten Werk.
Kolosser 1,9-10