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„Da kommt ein neuer Ton in unsere festgefahrene Welt. Eine neue Melodie.“ Mit diesen Worten begann Superintendent Fred Sobiech seine Predigt zum Ostermarsch am Ostermontag in der Werner Kirche.

 

„Selig der Mensch, der sich inspirieren lässt von dem kleinen Wanderprediger aus der Provinz, genauer aus der Provinz der Provinz. Das war damals Galiläa. Die alte Melodie wird im Zentrum der Macht, in Rom gespielt, von Kaiser und Hofstaat. Die Noten sind Macht und Krieg, Eroberung und Unterdrückung. Und diese alte Melodie erklingt bis heute.“

 

Dieses Grundmotiv variierend, ging Sobiech auf die aktuellen Ereignisse in Tibet und den Aufstand der Mönche ein: „Ihre Religiosität und Spiritualität, ein störender Misston in der Melodie der Sieger. (…) Der Aufstand der Jungen für Freiheit und Lebensperspektiven, Reiter auf Ponys gegen Panzer, werden von „Ordnungskräften“ - welch ein Wort - zusammengeknüppelt, mit Eisenstangen. Und aus der Jukebox der Sieger erschallt das Lied selbstgewisser, überheblicher Macht.“

 

Auch für die schon fünf Jahre lang andauernden Kriegszustände im Irak fand Sobiech eine deutliche Sprache: „Und die Dissonanzen werden immer hörbarer, immer deutlicher: Die Kriegsbegründungen erfunden. Ein von seinem eigenen Geheimdienst instrumentalisierter amerikanischer Außenminister. Hauptlieferant ein Informant des Bundesnachrichtendienstes, Deckname ‚Curveman’. Heute sagt er: ‚Ich bin nicht schuld. Ich habe nie gesagt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat’ (…) Für die Informationen, die er geliefert hat, müsste er ‚leben wie ein König’. Und dann will er ein Angebot hören für seine Geschichten. Er will sie verkaufen, noch einmal.“

 

Doch die Wahrheit, schloss Sobiech, werde ans Licht kommen, „im Irak, auch in Afghanistan, auch in Palästina, auch in unserem Land“. Zusammen mit Annemarie Grajetzki von der Bochumer Sektion „Frauen für den Frieden“ las Sobiech: „Selig, seid ihr, die ihr nicht nachlasst, nach einem Leben in Würde für alle, nach Menschenrecht und sozialer Gerechtigkeit zu streben. Selig seid ihr Warmherzigen, denn durch euch wird das Eis der Bitternis schmelzen. Selig, wenn ihr euch freimacht von allen Gedanken, Gefühlen und Taten der Vergeltung – und friedfertige Friedensmacher werdet und allen Gewaltanbetern gewaltig-gewaltlos entgegentretet. Gottes Kinder seid ihr.“

 

Als die letzten Töne des weltbekannten Protestliedes "We shall overcome“ verklungen waren, ging es hinaus in das österliche Schneetreiben. Mit bunten Fahnen und vielen Luftballons trotzten dort zahlreiche Friedensaktivisten der winterlichen Kälte und setzten sich zur letzten Etappe des diesjährigen Ostermarsches von Bochum nach Dortmund in Bewegung: Gegen weltweites Wettrüsten, für Frieden auf der Erde.

07.04.2008
Von: Frauke Haardt-Radzik. Foto: dito

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 19. November 2017:
Losungstext:
Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.
5.Mose 2,7
Lehrtext:
So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1.Korinther 3,7